Text-Bild-Ansicht Band 334

Bild:
<< vorherige Seite

In „Elektrotechnik und Maschinenbau“ Heft 22 gibt K. Sachs ein allerdings auch nicht ganz einfaches graphisches Verfahren an, das in dem Schaubilde dargestellt ist. Die Abszissen entsprechen den AW eines Poles, die Ordinaten in diesem Falle der Luftinduktion B1. Es wird zunächst die theoretische Magnetisierungslinie 1 aufgetragen; einer Erregung OM entspräche eine ideelle Dichte B1 = 8000 (Schnittpunkt A der Kurve). Es seien P = Länge des Polbogens in cm, A S die AW des Ankers für 1 cm Ankerumfang. Es könnten auch die reinen Windungzahlen eingesetzt werden, da durch die Magnetwicklung der gleiche Strom fließt wie durch die Ankerwicklung. Von den unter dem Pole liegenden P • A S AW wirken nun je

positiv und negativ. Ihr Wert entspricht der Strecke ML bzw. MR; die Schnittpunkte der Ordinaten mit Kurve 1, L' bzw. R' geben ein Maß für die Induktion B1 an der Aus- bzw. Eintrittseite des Polschuhes. Wäre über die Länge des Polbogens LMR bzw. TAS im cm-Maß gemessen die Induktion MA konstant, so würde die Fläche LTSR dem gesamten Kraftflusse entsprechen. Da aber B1 gemäß Kurve 1 variiert, so ist der tatsächliche Fluß gleich LL'AR'R. Es subtrahiert sich das Flächenstück TL'A und addiert sich ein kleineres Stück AR'S. Das mittlere B1, das den Rechnungen zugrunde gelegt wird, ist also kleiner.

Textabbildung Bd. 334, S. 182

Man könnte nun, anders als der Verfasser, so vorgehen, daß man das tatsächliche mittlere B1 sucht, indem noch 2 bis 4 zwischen L und R liegende Ordinaten abgegriffen und aus ihnen der Mittelwert gezogen würde. Dieser würde die Höhe MA bis zum Schnittpunkte mit 2 darstellen. Die Kurve 2 ist natürlich noch nicht vorhanden, aber die gefundene Höhe, die kleiner als MA ist, würde einen Punkt derselben darstellen. Aus drei oder vier anderen Werten von M lassen sich eben so viele weitere Punkte der Kurve bestimmen und der Linienzug ist damit genügend bestimmt.

Demgegenüber hält Verfasser an dem gedachten B1 fest. Um die linke Dreieckfläche gleich der rechten zu machen, denkt er sich LT und RR' so weit verschoben, daß AT1L'' = AR''S1 ist. Die erforderlichen Schenkel-AW wären dann OM1. Genau genommen müßten dann aber auch ML bzw.

geändert werden, wodurch wieder die Flächeninhalte des linken und rechten Dreiecks ungleich würden.

Weiter gebraucht der Verfasser folgenden nicht gerade einfach zu nennenden Gedankengang. Er ermittelt von der Leerlauflinie 1 zunächst die Integralkurve F, deren Ordinaten dem Flächeninhalte des von der Kurve 1 und der Abszissenachse eingeschlossenen Flächenstückes proportional sind. Der durch die Fläche L1L''T1S1R1L1 = L1L''AR''R1L1 dargestellte Kraftfluß folgt aus der Subtraktion der Integralordinaten = R1N – L1P, bzw. ist er bei Horizontalprojektion von P nach Q unmittelbar gleich der Strecke NQ. Die Integralkurve wird nun zugleich um die Strecke PQ parallel verschoben. Trägt man dann die Strecke R1Q unterhalb N ab, so liegt der Punkt R2 auf einer Kurve F'', die sich durch Subtraktion der Kurve F' von F ergibt. Man geht mit dem Produkte

als Ordinate in die Kurve F1 ein und erhält dazu die Abszisse OR1. Wird endlich von R1 die Strecke
nach links abgetragen, so ergibt die in M1 errichtete Senkrechte mit der durch A gezogenen Horizontalen den Schnittpunkt A1.

In gleicher Weise wird noch für eine Anzahl anderer Werte auf der Abszissenachse verfahren und durch die gefundenen A1-Punkte der Linienzug 2 gelegt.

Das ganze Rechnungsverfahren hat noch zur Voraussetzung, daß in Joch und Polkernen nicht sehr viel AW verbraucht werden, da sonst die Rechnung zu ungenau wird. Oder es müssen die entsprechenden AW für jeden Belastungzustand vorher in Abschlag gebracht werden, weil ja für den betrachteten Vorgang die magnetischen Verhältnisse des Querkreises allein eine Rolle spielen.

Rich. Müller.

Textabbildung Bd. 334, S. 182

Registrierinstrumente mit rechtwinkligen Koordinaten. Registrierinstrumente mit rechtwinkligen Koordinaten waren bisher nur in geringer Anzahl auf dem Markt. An und für sich ergibt sich aus der kreisförmigen Bahn, die die Spitze des Zeigers des Meßinstrumentes beschreibt, auch für die Registrierung eine Kreisbahn, wenn man auf die Spitze des Zeigers ein kleines Schreibgefäß aufsetzt. Als erste Firma brachte wohl Hartmann & Braun ein Registrierinstrument mit rechtwinkligen Koordinaten heraus, bei dem der Zeiger mit einem Solenoidkern verbunden war, der senkrecht auf- und abwärts bewegt wurde. Später folgten andere Firmen mit solchen Meßinstrumenten nach, bei denen die kreisförmige Bewegung des Zeigers durch Lenker in eine geradlinige übergeführt wird. In der E. T. Z. 1919, S. 271 wird nun ein neues Registrierinstrument mit rechtwinkligen