Text-Bild-Ansicht Band 334

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Koordinaten der Firma Dr. Siegfr. Guggenheimer, Nürnberg, beschrieben, das auf einem völlig anderen Prinzip beruht. Die Drehbewegung wird, wie die Abbildung zeigt, durch einen über kreisförmige Scheiben a a gelegten Coconfaden B in eine geradlinige übergeführt. Der Faden B ist mit einem Zeiger C gekuppelt, der auf einem Stahlstab F befestigt wird, der seinerseits auf Rollenlagern EE1 gleiten kann und mit einer Dämpfung G versehen ist. Die Rollenlager sind zwischen Spitzen in Steinen gelagert. Die Schreibvorrichtung ist in üblicher Weise ausgebildet und besteht aus einer Kapillare, die in einen Tintenbehälter eintaucht. Meist werden zwei Systeme mit je einer Schnurscheibe in dem Instrument angebracht und arbeiten, wie die Abbildung zeigt, auf einen Zeiger. Der Zeiger wird also mit ziemlich großer Kraft über das Papier gezogen. Für Drehstrominstrumente werden drei Systeme angeordnet, und je zwei Scheiben untereinander durch Coconfäden verbunden. Ueber die Meßgenauigkeit der Instrumente sind keine Angaben gemacht.

Schml.

Wirtschaft.

Zusammenschluß der deutschen Stickstoffwerke. Nachdem der Plan eines Stickstoff-Handelsmonopols im Jahre 1915 an dem Widerstand der chemischen Industrie sowie des Düngemittelhandels gescheitert ist, hat das Reichsschatzamt nunmehr ein Syndikat sämtlicher Stickstoffwerke ins Leben gerufen, dessen Bildung Anfang Mai erfolgt ist. Das neue Stickstoff-Syndikat, Ges. m. b. H. umfaßt sowohl die den Luftstickstoff verarbeitenden Werke als auch die Kokereien und Gasanstalten. Von der ersten Gruppe sind daran beteiligt die Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen, die Bayerischen Stickstoffwerke in München und Berlin sowie die Gesellschaft für Stickstoffdünger in Knapsack, von der zweiten Gruppe die Deutsche Ammoniak-Verkauf-Vereinigung in Bochum, die Oberschlesischen Kokswerke und Chemischen Fabriken, A.-G., in Berlin sowie die Wirtschaftliche Vereinigung Deutscher Gaswerke in Köln.

Der Einfluß des Reiches, das bekanntlich während des Krieges für die Vergrößerung unserer Kalkstickstoff- und Ammoniakerzeugung viele Millionen aufgewendet hat, ist durch die Zusammensetzung des aus 11 Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrats sowie der aus 4 Mitgliedern bestehenden Geschäftführung in weitgehender Weise gesichert. Die Geschäftführung des Syndikats besteht aus Dr. Brückner (Reichsfiskus), Dr. Bueb (Anilin- und Soda-Fabrik), Direktor Sohn (Ammoniak-Verkauf-Vereinigung) und Prof. Dr. Caro (Kalkstickstoffindustrie). Die Dauer der Gesellschaft ist zunächst auf vier Jahre vorgesehen. Von dem Stammkapital im Betrag von 360000 M haben das Reich 110000 M, die Badische Anilin- und Soda-Fabrik 150000 M, die Kalkstickstoffwerke 50000 M und schließlich die Kokereien und Gasanstalten zusammen 50000 M Anteile übernommen. Das Reich hat den Vorsitz im Verwaltungsrat inne und besitzt ferner ein Vetorecht bei der Festsetzung der Preise. Die Gesellschafter haben vertraglich auf den selbständigen Verkauf ihrer Erzeugnisse verzichtet und eine Abstufung der Preise für die Stickstoffeinheit im Kalkstickstoff, Ammoniumsulfat und Natriumsalpeter im Verhältnis 8:9:10 festgesetzt. Dabei wird nach beendetem Ausbau der im Kriege neu errichteten Fabriken eine Gesamterzeugung von 500000 t (auf Stickstoff berechnet) zu Grunde gelegt, die sich folgendermaßen verteilt:

Bad. Anilin- u. Soda-Fabrik
(Werke in Oppau und
Merseburg zusammen)


1500000


t Ammoniumsulfat =
300000 t Stickstoff,
Kokereien und Gaswerke 500000 t Ammoniumsulfat =
100000 t Stickstoff,
Kalkstickstoffwerke 500000 t Kalkstickstoff =
100000 t Stickstoff.

Demgegenüber betrug unsere Erzeugung vor dem Kriege nur rd. 110000 t Stickstoff, wozu noch zur Deckung unseres Bedarfs eine Einfuhr von 116000 t Stickstoff in Form von 750000 t Chilesalpeter hinzukam. Unsere inländische Stickstofferzeugung hat sich somit im Kriege nahezu verfünffacht und ist heute mehr als doppelt so groß gegenüber dem Stickstoffverbrauch im Jahre 1913. Besonders bemerkenswert ist bei diesen Zahlen die außerordentlich rasche Entwicklung des Haber sehen Ammoniakverfahrens, das erst im Jahre 1913 in die Technik eingeführt wurde. Damit eröffnen sich für unsere Landwirtschaft, niedrige Preise für den Stickstoffdünger vorausgesetzt, für die Zukunft die günstigsten Aussichten, denn es ist geplant, neun Zehntel der Stickstofferzeugung der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen und den ausländischen Wettbewerb durch Maßnahmen des Reiches weitgehend auszuschalten.

Sander.

Persönliches.

Am 15. Juli d. J. starb Exzellenz Dr. Dr.-Ing. E. h. Emil Fischer, Ordinarius für Chemie an der Universität Berlin, im 67. Lebensjahre, einer der erfolgreichsten Forscher auf dem Gebiete der organischen Synthese.

Bücherschau.

Wahl, Projektierung und Betrieb von Kraftanlagen. Von Friedrich Barth. Zweite umgearbeitete und erweiterte Auflage.

Im Verlag von Julius Springer in Berlin ist vor kurzem die zweite Auflage des obenbezeichneten Werkes erschienen. Gegenüber der ersten Auflage weist die vorliegende insofern wesentliche Aenderungen auf, als verschiedene Vorschriften allgemeiner Natur gestrichen wurden, während zwei neue Abschnitte aufgenommen wurden, von welchem der eine über die „Projektierung von Kraftanlagen mit Abwärmeverwertung“ und der andere über die „Betriebsführung bei Anlagen mit Abwärmeverwertung“ handelt.

In dem ersten Teil des Werkes wird ein Ueberblick über die heutigen Kraftanlagen gegeben, während der zweite Teil von den Anschaffungskosten und der dritte Teil von den Betriebskosten der Anlagen handelt. Im vierten Teil ist die Wahl der Betriebskraft behandelt. Hierauf folgen Erläuterungen und Richtlinien, die bei der Projektierung der Kraftanlagen zu beachten sind, sodann folgen Beschreibungen ausgeführter Anlagen, dann ein Kapitel von dem Betrieb derselben. Den Abschluß des Werkes bilden allgemeine Ratschläge, ferner 91 Betriebskostentabellen.

Wie schon im Vorwort hervorgehoben ist, wurde auch in der neuen Auflage den kleineren und mittleren Maschinen erhöhte Beachtung geschenkt, weil gerade auf dem Gebiet der kleineren und mittleren Leistungen ein scharfer Wettbewerb zu erwarten ist. Das Werk wird als ein Hilfsbuch für Ingenieure, Betriebsleiter und Fabrikbesitzer bezeichnet und verdient diese Bezeichnung im vollen Umfange, denn es wird zweifellos jedem Techniker, der sich mit der Wahl, der Projektierung und dem Betrieb von Kraftanlagen zu befassen hat, von außerordentlichem Nutzen sein. Es gibt über alle einschlägige Fragen Auskunft und ist im hohen Maße geeignet, klärend zu wirken. Zweifelsohne werden wir in Zukunft mehr als je zur größten Sparsamkeit gezwungen sein und im verschärften Maße müssen wir daher die Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen zu erhöhen suchen, weshalb das Studium des Werkes jedem Techniker auf das Angelegentlichste empfohlen werden kann.

Hammer.