Text-Bild-Ansicht Band 334

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Thermospannungen infolge metallischer Verschiedenheit von Rohr und Kessel entstehen, zu elektrolytischen Angriffen kaum wesentlich beitragen, falls die Rohre nicht weit und kurz sind. Sind elektrolytische Einflüsse die Ursache zu dem gefürchteten Lochfrass an den Rohren, so können nur die metallischen Verschiedenheiten unmittelbar benachbarter kleinster Metallteile die Schuld tragen.

Dr. Michalke.

Textabbildung Bd. 334, S. 264

Neue Methode zur Messung von Wechselstromfrequenzen. In der Phys. Zeitschrift 1919, S. 348 beschreibt Zácek eine Nullmethode für Frequenzmessungen, die darauf beruht, daß man einen Kreis mit Selbstinduktion und einen mit reinem Ohmschen Widerstand mit Hilfe von Thermoelementen und einem Differentialgalvanometer gegeneinander abgleicht. Die Abbildung zeigt die Schaltung. Der Wechselstromgenerator liefert eine Spannung E an den Punkten 1–4. Die Drossel D soll Oberschwingungen dämpfen. Legt man den Umschalter so, daß die Verbindungen 3–5 und 4–6 hergestellt werden, so sind die beiden Thermokreuze Th mit der Selbstinduktion L2 hintereinander geschaltet, der Ausschlag des Galvanometers G wäre Null, wenn die Konstanten α und ß beider Thermokreuze die gleichen wären. Da dies meist nicht der Fall ist, ergibt sich ein Ausschlag

dabei ist r2 = r'2 + r''2.

Setzt man α – ß = ε, so erhält man

.

Legt man den Umschalter nach oben, so daß die Verbindungen 1–3 und 2–4 gemacht werden, so erhält man einen Ausschlag

Dabei ist r1 = r'1 + r''1

Man ändert nun den Widerstand r''1 oder die Selbstinduktion L2, bis r21 = r22 + L22 ω2, dann wird unter der Annahme, daß ϕ die Nullage ist,

.

Für r'1 = 0,6 Ω, ϕ = 20 Skalenteile, r2 = 150 Ω, L2 = 1 Henry, ω = 300 wird z.B. ϕ = 0,032 Skalenteile. Die Abgleichung würde also praktisch genau sein beim Ausschlage

. Am besten ist es natürlich, man gleicht die beiden Thermokreuze genau gegeneinander ab.

Aendert sich nun die Frequenz, so ändert sich der Ausschlag ϕ um einen Betrag

.

E ist dabei eine Konstante, definiert durch E = E • ω. Aus der Gleichung sieht man, daß der Ausschlag sich proportional der Frequenz ändert, wenn

klein gegen l ist. Das ist bei kleinen Frequenzen leicht zu erreichen.

Die Methode ist nach Angabe des Verfassers gut zu verwenden in der Nähe von ω = 300 bis 6000, also für Frequenzen von 50 bis 1000 Per./sek. Ob ein Instrument für den praktischen Gebrauch konstruiert wurde, ist nicht angegeben.

Neuer Verbrauchbegrenzer. Bei Abgabe der elektrischen Leistung nach dem Pauschaltarife setzt man meist eine obere Grenze für die vom Verbraucher zu entnehmende Stromstärke fest. Die Strombegrenzer der bekannten Ausführungen schalten entweder nach Erreichung der festgesetzten Grenze den Verbraucher ganz ab, oder machen ihn vorher durch intermittierendes Aus- und Einschalten darauf aufmerksam, daß die Grenze überschritten ist. Neuerdings ist vorgeschlagen worden, nicht die Stromstärke und damit die dem Netz entnommene Leistung, sondern die entnommene Arbeit zu begrenzen. Ein solcher Verbrauchbegrenzer ist in der Abbildung dargestellt. (Zeitschr. für Beleuchtungswesen 1919. Heft 13/14, S. 69.) Er ist die Verbindung eines Stiazählers mit einem Quecksilberkippschalter. Der ganze Apparat kann sich um die Achse a drehen, b ist ein Meßgefäß, das das durch Elektrolyse abgeschiedene Quecksilber auffängt. An das Gefäß b ist ein Heber c angeschlossen, der das Gefäß selbsttätig in kurzer Zeit entleert, wenn das Quecksilber in ihm ein durch die Lage des oberen Heberteiles bestimmtes Niveau überschritten hat. Das Quecksilber gelangt dann in den teil d und vergrößert dessen Gewicht in solchem Maße, daß sich der ganze Apparat im Sinne des Uhrzeigers um die Achse a dreht. Die bisher durch den Quecksilberkippschalter e geschlossene Leitung wird damit geöffnet. Ist z.B. der Höchstverbrauch für die Zeit von einem Monat festgesetzt worden, so wird der Verbrauchsbegrenzer nach Verlauf dieser Zeit durch einen Beamten des Werkes wie ein gewöhnlicher Stiazähler gekippt und fängt von neuem an zu arbeiten. Wird der Verbrauch innerhalb des Monats überschritten, so wird der Stromkreis abgeschaltet und der Verbraucher muß das Werk benachrichtigen, um den Stromkreis wieder einschalten zu lassen. Damit er sich schon beizeiten darüber unterrichten kann, ob er die festgesetzte Grenze überschreiten wird und wann er das Werk benachrichtigen muß, ehe sein Stromkreis unterbrochen wird, ist im Gehäuse des Apparates ein Fenster vorgesehen, das das Ansteigen des Quecksilbers im Gefäße b zu beobachten gestattet. Damit kann eine Ablesevorrichtung für den Verbrauch verbunden sein, die zur Gewährung eines Rabattes bei entsprechendem Minderverbrauche gegenüber der festgesetzten Verbrauchsgrenze benutzt wird.

Textabbildung Bd. 334, S. 264

Der Verbrauchsbegrenzer ist mit einer Arretiervorrichtung versehen, um ein Drehen um die Achse a während des Transports zu verhüten. Die Arretierung löst sich erst dann, wenn der Zähler angeschlossen ist.

Schml.

Wirtschaft.

Der Deutsche Eisenbau-Verband. Die Gesamt-Erzeugung der Werktstätten betrüg im abgelaufenen Geschäftsjahr