Text-Bild-Ansicht Band 334

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Falle ergibt sich ein linearer Anstieg der Korrektionen mit der Temperatur (s. Tab. 4, die im übrigen genau so

Tabelle 5.

Vergleich der Korrektionen des Féry-Pyrometers bei wagerechtem und senkrechtem Ofen.


Temp.
Korrektionen (volle Skala)
wagerecht senkrecht Differenz
400 + 17 + 32 15
500 + 22 + 39 17
600 + 28 + 45 17
700 + 33 + 52 19
800 + 38 + 59 21
900 + 43 + 65 22
1000 + 49 + 72 23
1100 + 54 + 79 25
1200 + 59 + 85 26

angeordnet ist wie Tab. 3, und Abb. 3), und zwar beträgt die Abweichung, die diesmal mit wachsender Temperatur abnimmt, im Mittel 7,4 v. H. gegenüber 4,7 v. H. bei wagerechter Stellung des Ofens. Bei abgeblendeter Skala ergaben sich in dem Falle Temperatur-Unterschiede von – 15 bis + 15° gegenüber der vollen Skala. In Tab. 5 sind die Korrektionen für wagerechten und senkrechten Ofen, und zwar nur für die volle Skala, da nur für diese eine genügende Anzahl von Messungen vorliegen, nebeneinander gestellt worden. Es ergibt sich zwischen beiden ein mit wachsender Ofentemperatur ansteigender Unterschied.

Textabbildung Bd. 334, S. 274

(Schluß folgt.)

Polytechnische Schau.

(Nachdruck der Originalberichte – auch im Auszuge – nur mit Quellenangabe gestattet.)

Wärmekraftmaschinen.

Anlaßvorrichtung für Flüssigkeitsmotoren. Eine Anordnung zum leichten Anlassen des kalten Motors bei schweren Brennstoffen auch im Winter zeigt die Abbildung. Die Vorrichtung kann auch bei größeren Motoren für Motorpflüge usw. verwendet werden. Die Vorrichtung besteht aus einem an beiden Enden geschlossenen Metallrohre, das etwa zur Hälfte mit Metallkugeln gefüllt ist. Um in kalter Jahreszeit ein schnelles Anspringen des Motors zu erreichen, wird das Rohr erhitzt und dann in die Saugrohrleitung eingeführt. Das Rohr hat zwei kleine Oeffnungen, deren eine innerhalb, die andere außerhalb der Saugrohrleitung zu liegen kommt, wenn das Rohr zum Anlassen des Motors in die Saugrohrleitung gesteckt ist. Durch die außerhalb der Saugrohrleitung befindliche Oeffnung wird dann etwas Benzin in dies erhitzte Rohr gespritzt, das sofort verdampft. Beim Ankurbeln saugt der Motor sofort die Benzindämpfe in den Zylinder und fängt zu arbeiten an. Hat der Motor eine richtige Umlaufzahl erreicht, so wird das Rohr aus der Saugrohrleitung herausgezogen und die Oeffnung luftdicht verschlossen. (The Autocar 1919, Mai.)

Textabbildung Bd. 334, S. 274

Motorfeldbahnen. Die Herstellung eines brauchbaren Beförderungsmittels für Güter aller Art abseits der Eisenbahnlinien ist mit Berücksichtigung des jetzt herrschenden Zugtiermangels eine sehr wichtige Frage der Landwirtschaft. Besonders für die großen Rüben- und Kartoffelgüter ist die Benutzungsmöglichkeit der Motorfeldbahnen eine sehr große. Auf flüchtig verlegten Gleisen können die Motorfeldbahnen überall dorthin geführt werden, wo augenblicklich Massengüter zu fördern sind. Die Erfahrung zeigt, daß bis zu 20 km der Transport mit Motorfeldbahnen bei etwa 10 t Nutzlast, billiger ist, als, der Transport mit Vollbahnen. Für größere Entfernungen sind die Selbstkosten der Vollbahnen wieder geringer. Auf jeden Fall ist aber die Motorfeldbahn bei größeren Massentransporten dem Pferdefuhrwerk auf der Landstraße vorzuziehen. Im allgemeinen ist die Bedeutung solcher Feldbahnen für die Forst- und Landwirtschaft, sowie für größere Industriebetriebe bereits erkannt. Auch während des Krieges hat man mit Feldbahnen gute Erfahrungen gesammelt.

Beim Bau der Motorlokomotiven sind folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen: Vollkommene Betriebsicherheit bei einfacher Bedienung und Wartung, geringes Eigengewicht, um leichtes Maschinenmaterial verwenden zu können, große Zugkraft, um Steigungen zu befahren, gute Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der verschiedenartigen Betriebe. Von bekannten Motoren- und Automobilfabriken sind bereits solche Motorlokomotiven gebaut. Häufig findet hierfür ein luftgekühlter zweizylindriger Motor von 4,5 PS Verwendung, der sich besonders durch einfache und starke Bauart auszeichnet, und dessen Wartung ohne besondere Kenntnisse von jedermann leicht erlernt werden kann. Eine solche Lokomotive nimmt Steigungen von 5 v. H bei einer Nutzlast von 3000 kg mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km in der Stunde.

Ebenso werden bereits Motortriebwagen für Feldbahnen verwendet. Für einen solchen zweiachsigen Wagen kommt gewöhnlich ein 6 PS-Motor mit zweistufigem Getriebe in Betracht. Ein solcher Triebwagen kann nun für die verschiedenen Bedürfnisse entweder mit einem zweiten Wagen, oder allein Verwendung finden. Auch hier können der Einfachheit halber luftgekühlte Motoren eingebaut werden. Die Kühlluft wird durch ein Gebläse zwangsweise über die Zylinder geleitet. Das Getriebe, das zwei Geschwindigkeiten nach beiden Fahrtrichtungen zuläßt, ist möglichst stark auszuführen. Das Einschalten der Geschwindigkeitsstufen geschieht mittels Handhebels. Für die Einstellung auf Vor- und Rückwärtsfahrt ist zweckmäßigerweise ein besonderer Handhebel vorgesehen. Ein solcher Triebwagen erreicht bei 2500 kg Nutzlast und etwa 1500 kg Eigengewicht mit der ersten Geschwindigkeitsstufe etwa 3 km Geschwindigkeit in der Stunde auf Steigungen bis zu 6 v. H., mit der zweiten Geschwindigkeitsstufe; auf Steigungen von etwa 2 v. H, eine Geschwindigkeit