Text-Bild-Ansicht Band 334

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von 9 km in der Stunde. Auf wagerechter Bahn können mit der kleineren Geschwindigkeit 20 t Nutzlast gefördert werden.

W.

Sulzer-Dieselmaschinen. Die Firma Gebrüder Sülzet baut Dieselmaschinen für Land- und Schiffszwecke bis zu den größten Abmessungen. Für stationäre Betriebe wird dabei der Viertaktmaschine für Schiffsbetrieb die Zweitaktmaschine in besonderer Ausführung vorgezogen. Mit solchen Zweitaktmaschinen ist das bekannte Motorschiff „Monte Pluedo“ ausgerüstet. Während des Krieges wurden eine große Zahl Sulzer-Zweitaktmaschinen besonders für französische Unterseeboote entsprechend der Monte-Pluedo-Ausführung geliefert.

Textabbildung Bd. 334, S. 275
Textabbildung Bd. 334, S. 275

Bei den Sulzer Zweitaktmaschinen ist die Zylinderspulung in eigenartiger Weise ausgebildet. Wie Abb. 2 zeigt, sind zwei Reihen Spülschlitze am unteren Zylinderende angeordnet, die auf dem halben Zylinderumfange verteilt sind. Auf der anderen Hälfte des Zylinderumfanges sind die Auspuffschlitze von entsprechender Länge angeordnet. Geht der Kolben nach abwärts, so werden zuerst die Auspuffschlitze vom Kolben freigegeben, so daß die Auspuffgase in die Auspuffleitung entweichen können.

Textabbildung Bd. 334, S. 275

Dann erst überschleift der Kolben die Spülluftschlitze, so daß nun Spülluft in den Zylinder eintreten kann, um die im Zylinder verbleibenden Abgase auszuspülen. Die Spülluft hat etwa 0,2 kg/cm2 Druck. Aus den oberen Spülluftschlitzen tritt dabei noch, keine Spülluft aus, weil hier die Spülluftleitung durch ein Ventil geschlossen ist. Erst wenn der Kolben beginnt, wieder nach aufwärts zu gehen, wird das Ventil für die zusätzliche Spülluft geöffnet und die noch im Zylinder befindlichen Auspuffgase werden ausgetrieben. Aus diesen Spülluftschlitzen strömt auch dann noch Spülluft in den Zylinder, wenn bereits die Auspuff schlitze durch den Kolben geschlossen sind. Es tritt dann ein Aufladen des Zylinders mit Verbrennungsluft ein, das eine dementsprechend große Leistungsteigerung zur Folge hat. Das erwähnte Ventil in der Zusatzspülluftleitung wird bei neueren Maschinen als Rotationsschieber und nicht mehr als Doppelsitzventil ausgebildet.

Das Brennstoff- und Anlaßventil sind in einem Gehäuse vereinigt, so daß im Zylinderkopf nur eine einzige Oeffnung angeordnet ist. Auf diese Weise erhält man für den Zylinderkopf eine einfachere Gußform. Wie Abb. 3 zeigt, kann dabei auch die Kühlung besser ausgeführt werden. Solche Zylinderköpfe neigen naturgemäß auch wenig zu Rißbildung. Bei den Sulzer-Maschinen werden Zylinder, Zylinderbüchsen und Zylinderkopf aus Spezialgußeisen hergestellt. In der Abb. 4 ist die Brennstoffventilsteuerung für eine umsteuerbare Maschine dargestellt. Bei dieser neuen Steuerung ist beim Umsteuern weder die Nockenscheibe zu verdrehen, noch die Steuerwelle in ihrer Längsachse zu verschieben. Ebenso kann dabei der Nadelhub verändert werden, so daß auch bei kleinen Belastungen oder im Leerlaufe eine sichere Zündung und eine gute Verbrennung erreicht wird. Für die Steuerung des Brennstoff- und Anlaßventils sind je zwei Nocken angeordnet unter einem gewissen Winkel, um von Vorwärtsfahrt auf Rückwärtsfahrt übergehen zu können. In Abb. 4 ist a der Nocken für die Vorwärtsfahrt, auf dem die Rolle a1 läuft. Die Bewegung der Rolle a1 wird durch einen zweiarmigen Hebel auf die Brennstoffventilnadel übertragen. Soll durch das Handrad umgesteuert werden, so kommt die Rolle a1 außer Berührung mit dem Nocken a, und die Rolle b1 wird dann durch den Nocken b bewegt. Das Brennstoffventil wird dann in den Zeitpunkten geöffnet, die der umgesteuerten Maschine entsprechen. Durch Drehen des Handrades um einen kleinen Winkel wird der Nadelhub des Brennstoffventils mit veränderlicher Belastung geändert. Die Veränderlichkeit des Nadelhubes hat große Vorteile und solche Brennstoffventile sind anderen mit unveränderlichem Nadelhube vorzuziehen.

Abb. 1 und 2 zeigen eine Vierzylinder-Sulzer-Maschine von 1350 PS mit 105 Umdr./min. Die Zweitaktmaschine besitzt eine Spülluftpumpe und einen dreistufigen Luftverdichter.

Textabbildung Bd. 334, S. 275

Beide werden unmittelbar von der Kurbelwelle angetrieben. Die Spülluftpumpe ist doppeltwirkend ausgeführt und hat ungesteuerte Ventile. Die Kolbenkühlung kann durch Oel oder Wasser erfolgen. Bei den größeren Maschinen wird die Wasserkühlung ausgeführt.

Bei großen Schiffsmaschinenanlagen werden die Spülluftpumpen nicht mehr mit der Hauptmaschine verbunden. Die Spülluftpumpen erhalten dann eigenen elektrischen Antrieb, da man zurzeit dazu übergegangen ist, alle Schiffshilfsmaschinen elektrisch anzutreiben. Der Kraftbedarf