Text-Bild-Ansicht Band 334

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einen Betriebsverlust in ungefähr der gleichen Höhe. Nach der Beilegung des Streikes ist allmählich eine geringe Besserung eingetreten. Im September hat die Förderleistung ungefähr 75 v. H. des letzten Friedensjahres betragen. Der Durchschnitt der Arbeiterlöhne ist gegenüber dem letzten Friedensjahre um mehr als 350 v. H. gestiegen, der Lohnaufwand für die geförderte Tonne ist von 6,18 M auf über 30 M im September gestiegen. Es ist besonders interessant, daß die Erhöhung der eigentlichen Betriebs- und Materialkosten in fast genau dem gleichen Verhältnis geblieben ist; sie betragen nach wie vor rund 50 v. H. des Lohnaufwandes. Dagegen sind die gesetzlichen Aufwendungen für Steuern und soziale Versicherung, sowie die freiwilligen Aufwendungen ganz erheblich gestiegen. Sie haben im letzten Friedensjahre 11,9 v. H., im abgelaufenen Geschäftsjahre dagegen 26,7 v. H. betragen.

Stahlhalter. Die massiven Arbeitsstähle für Drehbänke, Hobel- und Stoßmaschinen, die in der Werkstatt verwendet werden, erfordern bei den heutigen hohen Materialpreisen eine sehr erhebliche Kapitalanlage, die zum großen Teil unbenutzt daliegt. Nach Feststellungen, die in dem „Praktischen Maschinen-Konstrukteur“ (1919, Heft 41) veröffentlicht werden, hatten bei einer Stichprobe in einer Werkstatt die verschiedenen Drehstähle eines einzigen Drehers Gewichte bis zu 75 kg. Da der gewöhnliche Werkzeugstahl heute etwa 3 M/kg, Schnelldrehstahl etwa 30 M/kg kostet, sind also in diesen Stählen ganz erhebliche Summen festgelegt. Man ist daher mehr als früher heute dazu übergegangen, Stahlhalter zu verwenden, in welche kurze Arbeitsstähle von geringem Querschnitt eingesetzt werden, die zunächst einfach infolge ihrer Abmessungen ein geringeres Materialgewicht beanspruchen und außerdem in bedeutend geringerer Zahl erforderlich sind, weil sie in die Stahlhalter in jeweils entsprechender Weise eingesetzt werden können. Auch ist die Herstellung dieser kleinen Einsatzstähle sehr viel einfacher, da eine Formschmiedearbeit fortfällt und im wesentlichen nur Schleifarbeit erforderlich ist. An Stahlhaltern sind im allgemeinen für jede Maschine nur drei erforderlich, nämlich ein gerader, ein rechts- und ein linksgekröpfter. Voraussetzung für eine zweckentsprechende Verwendung von Stahlhaltern ist freilich eine durchaus sichere und erschütterungsfreie Befestigung des Einsatzstahles in dem Halter, weil sonst leicht Erzitterungsmarken und andere Ungenauigkeiten bei dem Werkstück auftreten; indessen kann diese Forderung bei modernen Stahlhaltern als gelöst betrachtet werden.

Dipl.-Ing. W. Speiser.

Rechenschieber zum Einstellen der Werkzeugmaschine auf höchste Leistung. Um die höchste Spanleistung aus einer Werkzeugmaschine herauszuholen, gilt es, die Schnittgeschwindigkeit nicht nur dem Arbeitstoffe, sondern auch der Spandicke und dem Vorschub anzupassen. Es gibt für jede Bank einen wirtschaftlichsten Spanquerschnitt. Wird dieser zu gering bemessen, so wird die Bank nicht voll ausgenutzt, bei zu großem Spanquerschnitte wird die Bank überlastet und erleidet unzulässige Abnutzungen. Das merkt zwar der Arbeiter am Geräusche seiner Maschine und mit dem Gefühl, er weiß aber nicht, wenn die Maschine ruhig läuft, ob sie wirklich bis zur vollen Leistungsfähigkeit belastet ist. Zu hohe Schnittgeschwindigkeiten bewirken ein rasches Stumpfwerden der Schneide. Zur richtigen Bestimmung der die Spanleistung beeinflussenden Größen: Schnittgeschwindigkeit, Spantiefe und Vorschub für verschiedene Metalle hat Willy Hippler, Betriebsoberingenieur in Düsseldorf, einen Rechenschieber gebaut, dessen Anwendung an einigen Beispielen in den untengenannten Aufsätzen besprochen wild. (Werkzeugmaschine 1919, Heft 26 und Uhlands deutscher Werkzeugmaschinenbau 1919, Heft 13.)

Einiges über Flächenschliff. Unter diesem Titel veröffentlicht Emil Zopf eine Beschreibung der bekannten Flächenschleifmaschine der Diskuswerke in Frankfurt a. M. Die Maschine eignet sich wegen der in dem Schleifscheibenbelag befindlichen zickzackförmigen Rillen besonders zur Abnahme großer Spanmengen. Interessant ist in dem Aufsatze die Messung des Luft-Unter- und Ueberdruckes an den gegenüberliegenden Rändern der Schleifscheibe mit und ohne Schutzhaube. Der Unterschied im Luftdruck entsteht in ähnlicher Weise wie beim Zentrifugalgebläse infolge der hohen Geschwindigkeit der Schleifscheibe durch die Schleuderkraft der in den eben erwähnten Rillen befindlichen Luft. An einer Maschine mit einer Scheibe von 500 mm wurden bis 30 mm Wassersäule Ueberdruck an der einen Außenseite, bis 25 mm Wassersäule Unterdruck auf der anderen Außenseite der Scheibe gemessen. Bei einer Schleifscheibe von 700 mm ergaben sich 27 und 19 mm Wassersäule Ueber- und Unterdruck. Dieser beachtenswerte Druckunterschied bewirkt einen kräftigen Luftumlauf in den Rillen von innen nach außen, dadurch eine gewisse Kühlung des Werkstückes und ein genügendes Fortspülen der Schleifspäne. (Werkzeugmaschine 1919, Heft 27.)

Nietlose Verbindungen eignen sich in vielen Fällen zur Verbindung von Blechen, Stangen usw. bei kleinen Massenartikeln, wenn die vorstehenden Nietköpfe stören würden und die Anforderung an die Festigkeit der Verbindung nicht zu hoch gestellt wird. Abb. 1–4 zeigen einige Beispiele, die ohne weitere Erklärung verständlich sein dürften. (Werkstattstechnik 1919, Heft 14).

Textabbildung Bd. 334, S. 287
Textabbildung Bd. 334, S. 287
Textabbildung Bd. 334, S. 287
Textabbildung Bd. 334, S. 287

Beleuchtung von Drehbänken und Automaten. Mittel zur Erzeugung guter Arbeit sind gute Arbeitskräfte, gute Maschinen und gute Beleuchtung. Dieser wird in Deutschland noch nicht die gebührende Bedeutung zugemessen. Bei der Bestimmung der Beleuchtungsstärke wird es praktisch eine Grenze geben, bei der eine weitere Steigerung der Beleuchtungsintensität keine nennenswerte Steigerung der Erzeugung mehr erzielt. Die Feststellung dieser Grenze ist wichtig, um einen günstigen Wirkungsgrad der Beleuchtungsanlage zu gewährleisten. In Chikago hat man Messungen der Beleuchtungsstärken in größerem Maßstabe durchgeführt und Steigerungen der Gesamterzeugung einer Maschinenfabrik durch richtige Ausnützung und Verteilung der Beleuchtung von 8 bis 27 v. H., in einem anderen Werke von 30 bis 100 v. H. feststellen können. In anderen Werken schätzte man die Mehrerzeugung auf mindestens 15 v. H. Die Mehrausgaben für Beleuchtung betrugen in keinem Falle mehr als 5 v. H.