Text-Bild-Ansicht Band 325

Bild:
<< vorherige Seite

Raum zwischen äußerem Rohr C und innerem Rohr E gedrückt, in der Heizkammer H durch den Gasbrenner G auf die nötige Verkohlungstemperatur erhitzt und gelangt zum Endteil D, wo er seine Bewegung umkehrt und durch das Rohr E, Kammer B und das daran schließende Rohr austritt. Der Zwischenraum zwischen der Wand des äußeren und inneren Rohres beträgt nur 12 mm, um einen schnellen Wärmedurchgang zu vermitteln; bei T sind Thermometer zur Wärmebestimmung angebracht. Die Ergebnisse von Versuchen bei verschiedenen Verkohlungstemperaturen waren folgende:

Textabbildung Bd. 325, S. 184

Tabelle 8.

Grad
C
Grad
C
Grad
C
Verkohlungstemperatur 180 200 220
Temperatur des rohen eintretend. Torfbreis 21 19 14
Temperatur des abgekühlt, austret. Torfbreis 89 93 80
Wiedergewinnung von Wärme 91 107 140
Reine Kosten d. Naßverkohlung in Kalorien 67 74 66

Aus der Tab. 8 ersieht man, daß 50–63,5 v. H. der angewandten Hitze wiedergewonnen werden kann und, je höher die Verkohlungstemperatur, um so mehr Wärme wird wiedergewonnen. Hierin liegt die große Ueberlegenheit des nassen Prozesses gegenüber der Trockenverkohlung, wo eine Wiedergewinnung von Wärme kaum möglich ist. Nun wurden diese Versuche in größerem Maßstabe fortgesetzt mit einem System von 52 Röhren, durch welche ungefähr 225 cbm Torfbrei gepumpt wurden. Fig. 5 stellt diesen Apparat im Schnitt dar; in den Heizröhren drehen sich wieder mit Schraubengängen versehene Rohre, die bei F durch Zahnräder angetrieben werden. D ist die Heizung. Die Heizgase umspülen innig die Rohre in der Heizkammer E und treten bei C aus. Der rohe Torfbrei tritt bei A ein, wird wieder durch die Schraubengänge gedrückt, verkohlt, und kehrt durch das innere Rohr zur Kammer B zurück, wo er austritt. Aus diesen Versuchen ergeben sich die Werte Tab. 9.

Tabelle 9.

Durchschnittstemperat, am erhitzt. Ende d. Röhren 152° C
Temperatur des eintretenden rohen Torfbreies 10 „
Temperatur d. austretend, verkohlten Torfbreies 80 „
Wiedergewinnung von Wärme 72 „
Reine Kosten der Verkohlung in Kalorien 70 „

Aus der Praxis der Dampferzeugung ist bekannt, daß von der in Heizgasen enthaltenen Wärme nur 70–80 v. H. nutzbar gemacht werden, während der Rest durch den Schornstein entweicht, bezw. durch Strahlung verloren geht. Nehmen wir diese Ziffern ebenfalls für den Naßverkohlungsprozeß an, so würden sich die Gesamtkosten des Erhitzens von einem kg rohen Torfbreies auf ungefähr 90–100 Kalorien stellen, was auch mit den Versuchen tatsächlich übereinstimmt. Rechnet man nun den Heizwert von reifem Brenntorf zu 5600 Kalorien, so ergibt sich folgende Wärmebilanz für das Naßverkohlungsverfahren:

800 kg Torfbrei enthalten 100 kg Torf-
substanz zu je 5600 Kalorien.
Also verfügbare Hitze im Brennstoff 560000 Kalorien
Abzüglich Verkohlungshitze 100 Ka-
lorien f. d. kg Torfbrei

80000

–––––––––––––––
Rest 480000 Kalorien

Diese 480000 Kalorien sind gleich dem Heizwert von 85,7 kg Torfsubstanz; also werden 14,3 v. H. des Torfes im Brei bei dem Verfahren geopfert, wogegen aber ein ununterbrochener Prozeß und ein konzentrierter Brennstoff erlangt ist. Nimmt man an, daß 1/7 des ursprünglichen Wassergehalts in den gepreßten Torfkuchen verbleibt, oder 1 kg Wasser für jedes kg Torf, so müssen durch künstliches Erhitzen 100 kg Wasser auf je 100 kg naßverkohlten Torf verdampft werden.

Textabbildung Bd. 325, S. 184

100 kg Wasser erfordern zur Verdampfung

640 Kalorien f. d. kg od. zus. 64000 Kalorien
Hierzu 25 v. H. Verluste 16000
––––––––––––––
Erforderl. Hitze f. 100 kg wasserfreien Torf 80000 Kalorien

Diese 80000 Kalorien sind gleich 14,3 kg Torf von 5600 Kalorien oder gleich weiteren 14,3 v. H. des Torfes, die geopfert werden, aber man erhält so einen ganz