Text-Bild-Ansicht Band 325

Bild:
<< vorherige Seite

mit Wasserdampf gesättigt, wie sie vom Motor kommen. Damit würden in einer glühend zu erhaltenden Kokssäule die Reaktionen erzeugt werden:

CO2 + C = 2 CO und H2O + C = CO + 2 H

und die hierzu erforderlichen Wärmeeinheiten würden von den heißen Abgasen selbst geliefert und so auch der Generator auf der geeigneten hohen Temperatur erhalten werden.

Das so erzeugte Kraftgas würde dann wie gewöhnlich gewaschen und gereinigt werden vor seinem Eintritt in die Zylinder und vor der Beimengung des zur Herstellung des explosiven Gemisches einzuführenden reinen Sauerstoffs. Wenn dabei die Kraftgasanlage in der jetzt gewöhnlichen Weise, also bei offenem Kreisprozeß, in Betrieb gesetzt wird, so ist nachher im geschlossenen Kreisprozeß eine gewisse Menge Stickstoffs und nicht reduzierten Kohlensäureanhydrids vorhanden und das ergiebt die erforderliche Verdünnung, um die scharfen Explosionen des mit reinem Sauerstoff gebildeten Gasgemisches zu mildern.

Das gekennzeichnete Arbeitsverfahren würde eine sehr beträchtliche Ersparnis an Brennmaterial ergeben, da der wirksame Kohlenstoff, der von den Auspuffgasen im Kohlensäureanhydrid mitgeführt wird, einen ständigen Kreislauf in der Kraftgasanlage ausführt, und die reduzierende glühende Kokssäule nur eine geringe Verminderung erfahren, also der Kohlenverbrauch derselben klein sein würde. Auch würde dabei die Wärmemenge ausgenutzt werden, die bisher mit den Auspuffgasen verloren geht und in der Bilanz des Motors mit ungefähr 30 v. H. erscheint. Außerdem würden die im Motor unvollständig verbrannten Produkte nicht mehr verloren gehen, und es würde sogar die lebendige Kraft des Auspuffs benutzt werden, um die Gase durch den Generator zu bewegen; die dadurch für das Ansaugen des Motors geschaffene Erleichterung würde zweifellos den Verlust decken, der entstände durch den Gegendruck infolge der Einführung der Auspuffgase in den Generator mit einem mehr oder weniger großen Widerstand in der glühenden Kokssäule. Um diesen Gegendruck auf einen bestimmten Wert zu begrenzen, würde es genügen, auf dem Verbindungsrohr zwischen Motor und Generator eine Klappe anzubringen, durch die auch ein etwaiger Ueberschuß an erzeugtem Gas ins Freie treten könnte. [Comptes Rendus, 1909, S. 961–962.]

Erich Schneckenberg.

Vorrichtung zur Herstellung von Papier mit Faserstoffauflage.

Zwecks Herstellung von Papieren, die besondere Verwendung finden können, ist neuerdings mit Erfolg die Vereinigung von Papier- und Textilfaser-Schichten versucht worden. Die Firma Claviez in Adorf vereinigt die Papierbahn noch während ihrer Herstellung mit einem daraufgebrachten Faservließ. Das Faservließ wird zweckmäßig gleichzeitig mit der Papierbahn erzeugt, weshalb eine Krempel bekannter Art mit der Papiermaschine verbunden ist. Die Krempel ist zwischen der Rührbütte und der Papiermaschine angeordnet, derart, daß das von der Krempel erzeugte Vließ durch geeignete Uebertragungsorgane dem Sieb der Papiermaschine zugeführt werden kann. Da die Papiermasse auf dem Sieb noch breiige Beschaffenheit besitzt, findet eine genügende Vereinigung beider Schichten statt. Sie wird um so inniger sein, je näher die Stelle des Zusammentreffens nach der Auflaufstelle der Papiermasse auf das Sieb zu liegt, d.h. also je schwammiger die Papiermasse noch ist.

Da die Arbeitsgeschwindigkeit der Papiermaschine eine bedeutend größere ist, als diejenige der Krempel, könnte die unmittelbare Vereinigung der von beiden Maschinen erzeugten Schichten nur dann erfolgen, wenn die Geschwindigkeit der erstgenannten Maschine entsprechend verringert würde. Dies würde jedoch eine ungünstige Ausnutzung bedeuten. Man läßt deshalb das von der Krempel kommende Vließ erst durch ein Streckwerk gehen, welch letzteres durch Verziehen des Vließes der Faserschicht diejenige Geschwindigkeit verleiht, die die Schnellauf ende Papiermaschine erfordert.

Das auf diese Weise hergestellte Papier eignen sich in hervorragendem Maße zur Herstellung von Papiergarn. Jedoch auch für alle anderen Zwecke, bei denen es sich darum handelt, ein besonders zähes und festes Papier zu bekommen, ist die Neuerung von großem Wert. [Der Papierfabrikant 1909.]

Hg.

Erweiterungsbauten des Elektrizitätswerkes Schaffhausen.

Die durch ihre 500 m rheinaufwärts reichende Seiltransmission wellberühmt gewordene Anlage bestand vor etwa 40 Jahren aus einem am Ufer gegenüber der Stadt errichteten, durch ein bogenförmiges festes Wehr gespeisten Wasserkraftwerk mit drei Turbinen und leistete ursprünglich bis 700 PS. Als diese, das Werk A, nicht mehr genügte, wurde im Jahre 1891 eine Zentrale B mit fünf doppelkränzigen Jonval-Turbinen von je 300 PS bei 48 Umdreh. i. d. Min. erbaut, worin aber bereits zwei Turbinen mit Stromerzeugern gekuppelt wurden, während drei zum Antrieb einer Seiltransmission dienten. Weitere zwei von diesen Turbinen wurden später von der Stadt Schaffhausen für die elektrische Stromerzeugung gepachtet. Im Jahre 1900 wurde auch in der Zentrale A der Seilantrieb durch elektrische Kraftübertragung mit Drehstrom ersetzt, wobei die Turbinen durch 350 pferdige Escher, Wyß-Turbinen ersetzt wurden.

Im Jahre 1905 wurde beschlossen, die unter sehr ungünstigen Gefällsverhältnissen arbeitende Zentrale B umzubauen und gleichzeitig ihre Leistung auf 5 × 550 PS zu erhöhen. Um sowohl bei dem niedrigsten Gefälle von 3,7 m, als auch bei dem vorläufig höchsten von 4,6 m wirtschaftlich arbeiten zu können, sind die Turbinen als Doppelturbinen mit senkrechten Wellen ausgeführt, und zwar derart, daß in der Zeit des Wassermangels, wenn das Gefälle hoch ist, mit dem oberen, eigens hierfür konstruierten Rade allein gearbeitet wird, während das untere Rad durch die Leitvorrichtung geschlossen gehalten wird und im Luftraum des Saugrohres leer mitläuft. Das untere Rad dagegen ist als sogenanntes Hochwasserrad für das Mindestgefälle von 3,7 m entworfen und arbeitet bei diesem Gefälle mit dem günstigsten Wirkungsgrad. Auf diese Weise wird eine so günstige Ausnutzung der Wasserkraft ermöglicht, wie sie mit einer einfachen Turbine niemals hätte erreicht werden können, weil sonst bei verschiedenen Gefällshöhen verschiedene Geschwindigkeiten der Turbinen zugelassen hätten werden müssen, was nach Lage der Dinge nicht möglich war.

Das Saugrohr der unteren Turbine ist aus Beton hergestellt und in der üblichen Weise ausgeführt, das der oberen Turbine ist aber nach oben gekrümmt, wobei das Wasser durch ein gußeisernes und ein Blechrohr umgeleitet werden muß, bevor es in den Unterwasserkanal gelangt. Beim Anlassen dieser Turbine liegt somit Gefahr vor, daß Luft in dem Krümmer verbleibt, deshalb ist zum Absaugen der Luft eine elektrisch betriebene Luftpumpe aufgestellt worden, die aber erfahrungsgemäß nur in den Zeiten des niedrigsten Wasserstandes in Tätigkeit zu treten braucht.

Die beiden Turbinen werden durch einen gemeinsamen Differential-Regulator geregelt, der vom Maschinenhausflur