Text-Bild-Ansicht Band 325

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wird ein Mörtel aus 1 Zement + 1 Traß + 4 Sand empfohlen. Der Traß ist am wirksamsten, wenn er von vornherein mit dem Zement durcheinander gemahlen wird.

Der sogen. verlängerte Zementmörtel, der durch Zusatz von Kalk zum Zementmörtel entsteht, wird als Ausschläge und Mauerfraß fördernd verworfen, besonders wenn bei seiner Herstellung zu wenig Sand verwendet wird. Mit den erwähnten Ausschlägen ist eine allmähliche Verwitterung des Mauerwerks verbunden, da das Kristallisieren der aus dem Mörtel in den Stein eindringenden Salze in den Steinporen mit Volumvergrößerungen gepaart ist, die die angrenzenden Steinteile zertrümmern. Die jedesmalige Auflösung des Ausschlages durch Regen und das Wiederauskristallisieren bei Trocknung bewirkt, daß dieselben Salzteile wiederholt ihre Wirkung ausüben können. Van der Kloes zeigt an zahlreichen Beispielen aus deutschen und holländischen Bauten die verderbliche Wirkung des sandarmen verlängerten Zementmörtels.

Dagegen empfiehlt er folgende Zusammensetzung der Mörtel in Raumteilen zur Ausführung:


Magerer
Kalk

Fett-
Kalk

Kalk-
teig

Traß
Port-
land
Zement
Puzzolan-
Zement
(Traß-Kalk)

Sand
a) Unbedingt wasserdichte und fortwährend unter Wasser
bleibende Mörtel
1
1 2
1 3 4
1 2
1 1
1 1
b) Kai- und Schleusenmauern etc.
1 2–2½
1
1 3 5–6
1 3
1 1 4
1
c) Fundamente und Hochbau
1 3–4
1 4–5
1 3 8–10
1 3
1 1 4–5
1 3

Es sei noch erwähnt, daß Intze bei seinen Talsperrenbauten einen Mörtel aus 1 Fettkalk + 1½ Traß + 1¾ Teilen Rheinsand verwendete, (v. d. Kloes.) [Zement u. Beton 1910, S. 17–21.]

Dr.-Ing. Weiske.

Das Elektrizitätswerk Andelsbuch im Bregenzer Wald.

Das der Firma Elektrizitätswerke Jenny & Schindler gehörige Werk nutzt das 65 m betragende Gefälle der Bregenzer Ach auf einem 6,5 km langen Bogen des Flußlaufes aus und kennzeichnet sich durch sehr günstige örtliche Verhältnisse, welche es nicht nur gestatten, die Gesamtlänge der Leitungen vom Stauwehr bis zum Maschinenhause auf 2100 m zu beschränken, sondern auch ermöglichen, zwischen den Zulaufstollen und die Druckleitungen einen zugleich das Wasserschloß darstellenden offenen Ausgleichbehälter von 183500 cbm nutzbarem Inhalt einzuschalten.

Die 9–10 Monate des Jahres verfügbare Wassermenge beträgt allerdings nur 8 cbm i. d. Sek. Da aber die bereits vorhandene Dampfreserve durch Aufstellung von vier Turbodynamos mit 11000 PS Gesamtleistung ohnedies erweitert werden soll, so hat man die Wasserbauten auf die nur 7–8 Monate verfügbare Wassermenge von 15 cbm i. d. Sek., die Druckleitungen, die aus dem Ausgleichbecken gespeist werden, sogar auf 16 cbm i. d. Sek. berechnet, so daß man bei einem Gefälle von 62 m gelegentliche Belastungen bis zu 10000 PS bewältigen kann.

Die Wasserzuführung ist im übrigen völlig normal ausgeführt. An das im Grundriß winkelförmig angelegte 60 m breite Wehr, welches mit einer Kiesschleuse versehen ist, schließt sich der durch einen Grobrechen von 100 mm Hubweite geschützte, mit sechs durch zweiteilige Schützen abschließbaren Oeffnungen von je 3 m Breite versehene Einlauf, hinter welchem sich eine Zwischenkammer und die Vorkammer des Stollens befinden. Der 1658 m lange Zulaufstollen hat 2,50 m Breite und 2,00 m Höhe und ist mit 2,2 v. T. Sohlengefälle angelegt. Er mündet in ein zum großen Teil durch Aushub des angeschwemmten Lehms geschaffenes Becken von 4,6 ha Wasserfläche und 200000 cbm Wasserinhalt, bei einer mittleren Wassertiefe von 5 m, an welches die Druckleitungen so angeschlossen sind, daß fast der ganze Inhalt zur Deckung des augenblicklichen Bedarfes entnommen werden kann. Die Einlaufe der Druckleitungen sind durch Rechen geschützt. Jede der beiden Leitungen ist mit einem Absperrschieber und einer Drosselklappe versehen und kann vom Schaltbrett des Werkes aus betätigt werden, derart, daß die Schließzeit der Drosselklappe 25 und diejenige des Schiebers 90 Sekunden beträgt. Wenn die Schieber geschlossen sind, wird der elektrische Antrieb selbsttätig ausgeschaltet.

Die beiden Druckleitungen haben 2000 mm Weite und sind aus 6 m langen genieteten Flußeisenrohren von 8 – 13,5 mm Wandstärke zusammengebaut. An den oberen Enden sind kurze Standrohre zur Aufnahme etwaiger Stöße angeordnet. Der Bau dieser Leitungen ist durch einen Dammbruch gestört worden, wobei die oberen Teile der Leitungen erheblich beschädigt wurden.

Im Maschinenhause sind an die vier von den Druckleitungen abgezweigten Stutzen mit 1000 mm weiten Absperrschiebern die großen Turbinen angeschlossen, die bei 60 m Reingefälle und 4 cbm i. d. Sek. Wassermenge mit 500 Umdrehungen i. d. Min. je 2500 PS leisten. Die Turbinen sind als Doppel-Francis-Turbinen mit einem Doppelkranz aus Bronze auf einer Nabe aus Gußeisen konstruiert, haben somit natürlichen Druckausgleich. Sie sind mit Finkscher Drehschaufelregulierung und mit einem Schwungrad aus Nickelstahl ausgestattet und lieferten bei den Abnahmeversuchen je nach der Belastung 78–83,3 v. H. Wirkungsgrad und 6,1 v. H. Geschwindigkeitsänderung bei 100 v. H. Belastungsänderung.

Die mit den Turbinen gekuppelten Drehstromerzeuger mit umlaufenden Magneträdern sind für eine Leistung von je 2250 KVA und eine Spannung von 5200 Volt gebaut und arbeiten auf Transformatoren von gleicher Leistung, welche die Spannung auf 25000 Volt erhöhen. (Narutowicz.) [Schweiz. Bauzeitung 1910, S. 1–6, S. 15–19; S. 33–36, S. 61–63 u. S. 78–82.]

H.

Großes Wasserkraft-Elektrizitätswerk für die Stadt Tokio.

Die Tokyo Electric Light Company, die seit ihrer Gründung im Jahre 1883 durch Aufkauf oder Fusion mit