Text-Bild-Ansicht Band 250

Bild:
<< vorherige Seite

abgezogen, um dieselbe dort nochmals an der Destillation theilnehmen zu lassen.

Sind aus der im Destillationskessel A befindlichen Flüssigkeit die Ammoniakdämpfe ausgetrieben, so wird durch Rohr k der Kessel entleert und dann durch Rohr l der Inhalt des Kessels B nach dem Kessel A abgelassen, während der Kessel B durch Rohr m mit der im Dephlegmator C vorgewärmten Flüssigkeit und dieser selbst aus dem Condensator D gefüllt wird. Um den Dephlegmator vollständig füllen zu können, ist ein Luftableitungsrohr o angebracht, welches in den oberen, nicht mit Flüssigkeit gefüllten Raum des Condensators mündet. Durch den Einlauf p wird der Condensator mit Flüssigkeit gefüllt.

Sollen in 24 Stunden 7 bis 8cbm Flüssigkeit bearbeitet werden, welche auſserdem schlammige Niederschläge bilden, so ist der Condensator D (Fig. 3 Taf. 22) nach vorn geneigt und trägt an seiner tiefsten Stelle einen Schlammsammler J, in welchem sich die Niederschläge ablagern können, ohne die Condensatorröhren zu belegen. Aus einem höher liegenden Behälter flieſst die zu verarbeitende Flüssigkeit ununterbrochen durch Rohr p in den Condensator D, aus welchem durch das Rohr n die oberen warmen Schichten nach dem Dephlegmator C und von da aus wieder die wärmeren Schichten durch Rohr s nach dem Sammelkessel H abflieſsen.

Sind in 24 Stunden 8 bis 10cbm an Ammoniak arme Flüssigkeiten zu verarbeiten, so wird zwischen Sammelkessel H (Fig. 4 Taf. 22) und Dephlegmator C ein Zerstäuber K angebracht. Die Flüssigkeit gelangt aus Rohr m auf den Trichter u und dann auf den oberen Teller t, welcher mit der Welle s in schnelle Umdrehung versetzt wird, so daſs die auf demselben befindliche Flüssigkeit fortgeschleudert, von dem zweiten Trichter u gesammelt und auf den zweiten Teller t geleitet wird und in gleicher Weise über sämmtliche Teller und Trichter geht, schlieſslich sich im Kessel H ansammelt, während die aus diesem Kessel aufsteigenden Dämpfe in entgegengesetzter Richtung durch die dünnen Flüssigkeitsschichten hindurchströmen und das Ammoniak austreiben. Durch die unterhalb der Trichter u angebrachten Ausfütterungen v werden die aufsteigenden Dämpfe immer aufwärts geführt.

Fäcalien müssen vor ihrem Einbringen in den Destillationsapparat abgeklärt werden, um die festen Bestandtheile von den flüssigen zu scheiden. Zu diesem Zwecke soll der in Fig. 5 Taf. 22 dargestellte Klärbehälter verwendet werden. Die frischen aus den Aborten entnommenen Fäcalien werden in einem geeigneten Behälter mit schwefelsaurem Eisenoxydul, schwefelsaurem Zink, Alaun, Zink- oder Eisenchlorid, Kalk u.s.w. desinficirt, mit schwefelsaurer Thonerde o. dgl. vermischt und dann durch Rohr O in den Klärbehälter N eingeführt. Der die Oberfläche der Flüssigkeit nach auſsen vollständig abschlieſsende, schwimmende Deckel P ist durch Rollen und Schienen geführt und soll