Text-Bild-Ansicht Band 195

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daß alle Hähne geschlossen sind) in folgender Weise in Betrieb gesetzt. Man öffnet die Hähne j und j' und füllt den Amorceur durch den Trichter l, schließt hierauf dieselben und stellt durch Oeffnen des Hahnes k die Verbindung des Amorceur mit dem Oberwasser her. Der Amorceur entleert sich theilweise, und die hierdurch entstehende Luftverdünnung in demselben und in den Armen des Hebers a, b, c hat die Füllung und Ingangsetzung des letzteren zur Folge, welche ihrerseits wieder die theilweise Füllung des Amorceur nach sich zieht.

Nach Verlauf dieses Vorganges öffnet man den Hahn r'; die im Vertheiler A' befindliche Luft wird durch das Rohr i, r ausgesaugt, die zwei Arme des Hebers e, f, g füllen sich theilweise, worauf der letztere durch Oeffnen des Hahnes r' in Betrieb gesetzt wird.

Als Vortheile der beschriebenen Pumpe kann man, abgesehen davon daß man durch sie in den Stand gesetzt ist ohne Anwendung einer Kraftmaschine Wasser zu heben, den Umstand bezeichnen, daß die zu hebende Flüssigkeit von jener des Gefälles verschieden seyn, und daß sich ohne Kraftverlust der Pumpenheber e, f, g in bedeutender Entfernung von dem Gefälle befinden kann. Die letztgenannten zwei Vortheile hat die vorliegende Pumpe vor Nagel's Wasserstrahlpumpe7) voraus, welche jedoch wegen Einfachheit ihrer Construction vor jener in dem Falle den Vorzug verdient, wo Gefälle und Saughöhe sich nebeneinander befinden.

XI. Die Bunsen'sche Wasserluftpumpe und ihre technische Verwendung; von Dr. Clemens Winkler.

Aus der deutschen Industriezeitung 1869, Nr. 47.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Bunsen's schöne Erfindung der Wasserluftpumpe, deren Wirksamkeit bekanntlich in der continuirlichen Herstellung und Erhaltung der Toricelli'schen Leere eines Wasserbarometers besteht, ist von der wissenschaftlichen Welt mit Recht voller Freude begrüßt worden. Vereinigt doch dieser Apparat, trotz aller Einfachheit, die Vorzüge einer billigen Herstellung, sowie einer mühe- und kostenlosen Handhabung in sich, bei einem Effect, der für die meisten Fälle seiner Anwendung vollständig

7)

Polytechn. Journal, 1865, Bd. CLXXVII S. 267.