Text-Bild-Ansicht Band 195

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oder eine Auflösung irgend eines schwefelsauren Salzes und führt sie schließlich durch eine alkalische Lösung.

Das Barytsalz wird durch die Schwefelsäure oder das schwefelsaure Salz in sogenanntes Blanc fixe verwandelt, welches sich mit seiner schönen Weiße auf dem Stoffe niederschlägt und dadurch der Appretur ein schöneres Ansehen verleiht. Zu gleicher Zeit nimmt auch die Dichtigkeit des Stoffes zu.

Was aber für den Käufer höchst nachtheilig ist, ist die colossale Vermehrung des Gewichtes des Stoffes; denn der schwefelsaure Baryt hat ein vielen Metallsalzen gleichstehendes specifisches Gewicht, und die Stücke bekommen durch diese Appretur einen Anschein von Solidität und Schwere, welchem sie in Wahrheit nicht entsprechen. Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 4.)

Leuchtgas und Wasserstoffgas aus Cloakenabfällen.

Vor Kurzem machte durch die Tageszeitungen die Nachricht die Runde, daß man in Indien nach irgend einer neuen Methode die Cloakenabfälle zur Darstellung von Leuchtgas verwerthe. Jetzt nun hat der Civilingenieur R. G. Hickey, welcher dieses System in Indien eingeführt hat, eine Beschreibung desselben veröffentlicht, wornach dasselbe nach der einen Abänderung darin besteht, daß Wasserstoffgas für Beleuchtungszwecke mittelst Ueberleiten von überhitztem Dampf über die in einer Retorte erhitzten Cloakenmassen dargestellt wird; ähnlich wie Gillard 92) 1846 in Passy bei Paris und später (1859) in Holloway bei London Wasserstoff durch Zersetzung von Wasserdampf mittelst Hindurchleitens des letzteren durch eine Retorte mit glühenden Kohlen darstellte, um denselben dann nach dem Reinigen auf ein Netzwerk von Platindraht strömen zu lassen, das, nachdem es weißglühend geworden, die Gasflamme leuchtend machte (sogen. Platinga beleuchtung). Eine andere Abänderung des Hickey'schen Verfahrens besteht darin, daß aus den Cloakenmassen Leuchtgas zur Beleuchtung und Heizung dargestellt wird Hickey beabsichtigt auf diese Weise, Kothabfälle aller Art unschädlich zu machen, indem er sie in verschlossenen Retorten verkohlt und den in den Retorten verbleibenden Rückstand sowohl zur Entfernung des Geruches frischer Abfälle vor deren Einbringung in den Apparat, wie auch mit den Destillationsproducten als Dünger benutzt, während das Gas entweder zur Beleuchtung oder zur Heizung oder für beide Zwecke zugleich benutzt wird. Je nach dem Zwecke wird das Verfahren etwas abgeändert. Für den Transport der Cloakenabfälle nach den Vergasungsanstalten werden Eimer von kreisförmigem oder elliptischem Querschnitt verwendet, die sich oben in einem 3–4 Zoll tiefen Hals zusammenziehen; letzterer wird zur Verhütung der Ausdünstungen mit geglühter Poudrette gefüllt und kann auch mit Wasserverschluß versehen werden. Aus den Cloakenmassen werden, bevor sie in die Retorten gebracht werden, die flüssigen Bestandtheile theilweise entfernt, indem letztere gleichzeitig durch geglühte Poudrette geruchlos gemacht werden. Es wird dazu das Gemisch in ein cylindrisches Gefäß gebracht, dessen durchlöcherter Boden mit einer Schicht geglühter Poudrette bedeckt wird; nach dem Füllen wird oben eine dichtschließende Platte aufgelegt und durch einen Schraubenmechanismus unter mäßigem Druck ein großer Theil der Flüssigkeit in völlig unschädlichem Zustand herausgepreßt.

Die Retorten, in welche die abgepreßten Cloakenmassen gebracht werden, sind von Thon oder Schmiedeeisen, am besten förmig und an jedem Ende mit einer Oeffnung versehen, die beim Gebrauch durch einen fest aufgesetzten und mit Lehm verschmierten Deckel verschlossen wird; die Retorten werden unter 15–25° schräg gelegt. Soll das Gas nur zur Heizung dienen, so läßt man die Dämpfe und Gase in Röhren auf und dann nieder in einen Wasserbehälter steigen, der in verschiedene Abtheilungen getheilt ist; auf diese Weise werden sie vollständig gewaschen und die Ammoniaksalze etc. größtentheils abgeschieden. Das Gas geht dann durch einen Condensator und darauf in einen kleinen Gasometer, aus dem es durch ein mit Regulirungshahn versehenes Rohr, das in einem brausenartigen Kopf endet, nach dem Ofen geführt wird; hier wird es unter Beifügung von theilweise verkohlten Abfällen verbrannt. Soll das Gas zur Beleuchtung

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Polytechn. Journal, 1850, Bd. CXVI S. 222.