Text-Bild-Ansicht Band 192

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bei jedesmaligem Schärfen des Steines statt. Gewöhnlich nimmt man — nachdem ein einmaliges, vollständiges Bearbeiten stattgefunden hat — bei jedesmaligem Schärfen drei Felder vor, so daß nach viermaligem Schärfen die zuerst bearbeiteten Felder wieder geebnet u. f. w. werden.

Einer der wichtigsten Theile des Schärfens ist das „Auffetzen der Sprengschlage.“ Es werden zarte, neben einander liegende Rillen in die „Balken“ eingearbeitet, welche dem Steine die nöthige gleichförmige Rauhigkeit geben. Die Herstellung dieser Rillen bietet bei Handarbeit die größten Schwierigkeiten, und wird in Folge dessen von Seiten der Maschine, gegenüber der Handarbeit in höchster Vollkommenheit bewirkt. Man stellt den Arm F der Maschine genau parallel den Balken der Schärfe (Fig. 2), gibt dem Hebel k durch Verstellen des Stiftes ξ einen größeren Spielraum, bringt übrigens die Schraube m, das Arbeitswellchen c und den Stützpunkt y des Hebels U in dieselbe Lage, wie die war, welche diese Theile während des Ebnens hatten. Hierauf bearbeitet man so viele „Balken,“ als mit dem Auszuge des Supportes C, D zu erreichen sind, dreht die Maschine über das folgende „Feld“ der Schärfe, verfährt dort ebenso, und so weiter, bis auch das letzte der „Felder“ in derselben Ausdehnung bearbeitet worden ist. Hierauf dreht man das Arbeitswellchen c; um, so daß diejenige Spitze, welche bisher in d gelagert war, nach e kommt, und diejenige, welche in e sich drehte, nach d verlegt wird. Hierdurch gewinnt man den nöthigen Spielraum, um auch die Reste der „Felder“ schärfen zu können.

Der geschickteste Schärfer war bisher nicht im Stande, mehr als 20 Sprengschläge auf einen Zoll Breite anzubringen; die Golay'sche Schärfmaschine legt auf die Breite von 25 Millim. — wenn Es gewünscht wird — 25 Sprengschläge neben einander. Dieses Resultat erklärt sich aus Folgendem. Die Picke wirkt, indem sie durch Ausstößen auf den Stein die betreffenden Stellen der Steinbahn zertrümmert. Angesichts der sehr geringen Elasticität des Materiales, und Angesichts der Thatsache, daß zuweilen schon nach dem fünften Stoße der Schneidwinkel der Picke ein ziemlich stumpfer geworden ist, ist Es nicht zu ändern, daß die seitlichen Wandungen der Sprengschläge eine starke Neigung gegen die Verticale erhalten. Nach Beobachtungen mit der Loupe schätze ich diese Neigung auf 60 bis 70°, so daß also der Winkel, unter welchem die genannten Flächen (dieselben vollkommen eben gedacht) zusammenstoßen, circa 120 bis 140° mißt. Der betreffende Kantenwinkel bei der Maschinenarbeit mißt aber nur circa 90 bis 100°. Bei derselben Tiefe des Sprengschlages muß derselbe daher, durch Picken hergestellt, eine größere obere Weite haben, als wenn er durch die Golay'sche Maschine