Text-Bild-Ansicht Band 196

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ihre Achse drehende, hin- und hergehende Bewegung annehmen kann, die ihr durch einen einfachen Zahnstangen-Mechanismus ertheilt wird.

Die eine dieser Nadeln ist genau in der Achsenrichtung der cylindrischen Nadelstange, die andere im Mantel der letzteren befestigt. Beim Nähen von Knopflöchern durchsticht nur die Mantelnadel den betreffenden Stoff, während die andere, die Achsennadel, beim gemeinsamen Niedergange mit der Mantelnadel den Stoff nur tangirt.

Die Schütze geht durch beide von den Nadeln unterwärts gebildeten Schlingen und zieht den dritten Faden durch letztere. Beide Nadeln gehen hierauf in die Höhe, wobei die Achsennadel ihre Richtungslinie nicht verläßt, während die Mantelnadel um letztere einen halben Umlauf, und zwar beim ersten Stich nach einer Richtung (nach rechts), beim darauf folgenden zweiten Stich nach der anderen Richtung (nach links) macht. Hierdurch wird der erforderliche überwendliche Stich und zwar als Kreuzstich gemacht, wobei schließlich der Achsfaden den Schützenfaden mehrfach umschlingt.

Durch Lösung eines einzigen Bolzens am Hebel zur vorgedachten Zahnstangenbewegung und Entfernung der Mantelnadel verwandelt man die Knopflochmaschine ohne Weiteres in eine gewöhnliche Steppstichmaschine mit Schütze, mit welcher dann noch allerlei neue Luxus Phantasie-Nähte gemacht werden können.

Der Preis einer solchen Maschine wird mit 110 Thaler angegeben.

Geschmiedete Holzschrauben.

Die Gewinde der Holzschrauben werden nach der bekannten Fabricationsmethode durch Schneidwerkzeuge erzeugt. Dieser Proceß ist nicht allein kostspielig, sondern es werden dabei auch die Fasern des Eisendrahtes zwischen den Windungen unterbrochen, der Zusammenhang derselben mit jenen des Schraubenschaftes wird geschwächt.

H. P. Boyd (Low Walker, Newcastle-upon-Tyne) hat sich ein Verfahren patentiren lassen, nach welchem Holzschrauben aller Größen durch Schmieden erzeugt werden, wobei also die Fasern zwischen den Windungen nur gebogen, keineswegs unterbrochen werden. Der Preis der geschmiedeten Holzschrauben soll jenen der in bisher üblicher Art erzeugten Holzschrauben nicht überschreiten.

Dabei sind die kleinen wie die großen Holzschrauben mit gleicher Sorgfalt und Genauigkeit ausgearbeitet, auf der Oberfläche so glatt als ob sie geschnitten wären, außerdem mit der natürlichen, gegen Rost schützenden Eisenhaut versehen.

Besondere Verwendung finden die geschmiedeten Holzschrauben beim Schiffsbau zur Befestigung der Panzerplatten auf die hölzerne Unterlage, zum Festschrauben von Schienenstühlen etc.

Fabrication von Metallröhren.

F. N. Gisborne und H. Allman, Ingenieure in London, stellen nach ihrem vorjährigen Patente aus Metallstreifen Röhren her, welche als Telegraphenstangen, Masten, Röhrenbalken, Dampfleitungsröhren u. dgl. verwendet werden können. Zu diesem Zweck werden die Metallstreifen spiralförmig aufgewickelt, so daß eine spiralförmige Fuge mit übergreifendem Rande entsteht, welche alsdann vernietet, verschweißt oder durch Löthen oder Galvanisiren (Verzinken) geschlossen wird. Dadurch soll mit dem Minimum von Materialaufwand das Maximum (?) der Festigkeit erzielt werden.

Bei Telegraphenstangen stellen die Erfinder jede Stange aus zwei Theilen her. An dem unteren Theil ist eine Platte von größerem Durchmesser angebracht, welche in die Erde eingegraben wird; dann erst wird der obere Rohrtheil befestigt. Oben ist derselbe mit Ebenholz oder einem anderen nicht leitenden Material gefüttert, an welchem der Leitungsdraht befestigt wird, indem er durch Oeffnungen der Röhre hindurchgeht, oder auch auf Armen ruht, welche an dem Nichtleiter angebracht sind.

Die verwendeten Metallstreifen können gewellt oder auch anders geformt seyn, um die fertige Röhre alsdann ornamentalisch verziert zu erhalten. Um die Steifigkeit derselben zu erhöhen, können auch zwei oder mehrere Metallstreifen in entgegengesetzten Windungen aufgewickelt und verbunden werden. (Armengaud's Génie industriel, Februar 1870, S. 109).