Text-Bild-Ansicht Band 196

Bild:
<< vorherige Seite

Auf Grund dieser Resultate, welche für die Anfertigung der Dinassteine ganz besonders beachtenswerth sind, lag der Gedanke nahe, mittelst Darstellung eines solchen künstlichen Gemenges aus Kieselsäure, Flußmittel nebst Thonerde, und zwar mittelst beiden letzteren in gleichmäßig zunehmendem Verhältnisse, sich eine Vergleichscala für die Verschiedenheiten der Schmelzbarkeit der bezeichneten Mineralien zu bilden. Eine Reihe deßhalb angestellter Versuche ließ jedoch aus folgendem Grunde von einer solchen Bestimmungsweise absehen und wieder zu einem ähnlichen Verfahren zurückkehren, wie ich es zuerst zur pyrometrischen Werthbestimmung der Thone anwandte.

Vorab ist es überhaupt unmöglich, kleine Unterschiede evident vergleichend festzustellen, welche bloß in dem meist nur leisen, mehr oder weniger schmelzartigen Anfluge bestehen, womit die Proben überzogen sind, und ferner ist diese Prüfungsart gewissermaßen zu empfindlich. Bei einem Zusatze von 1 Proc. des Gemenges aus Eisenoxyd etc. und Thonerde zum Quarzpulver verhält sich die Probe in völliger Schmiedeeisen-Schmelzhitze dem Ansehen nach gleich mit den reinsten Sandsteinen; schon bei 2 Procent Zusatz fließt sie hingegen vollständig zu einem sehr glänzenden Email zusammen, ähnlich wie die schon sehr unreinen derartigen Materialien. Die Zwischenstufen der Vergleichscala sind demnach in dem geringen Abstande des Flußzusatzes von 1–2 Procent zu suchen, wodurch in Anbetracht obiger Unsicherheit die Methode fast werthlos wird.

Ich kam daher zu dem Versuche zurück, die kieselreichen Mineralien mit chemisch reinem Quarzpulver gewissermaaßen zu titriren, resp. damit bis zu einem gewissen gleichen Normalpunkte zu verdünnen und aus der Menge des verbrauchten Verdünnungsmittels pyrometrisch deren Werth zu bestimmen. Diese Methode hat den Vorzug, daß mit Hülfe derselben kleine Unterschiede, um welche es sich bei den verschiedenen Quarzarten überhaupt meist nur handelt, durch eine große Zahl (ein Vielfaches) ausgedrückt werden. Schwieriger erscheint auf den ersten Blick die Feststellung des Normalpunktes; benutzt man aber dazu ein Vergleichsmoment, welches sich aus einer Reihe nur durch den Quarzzusatz verschiedener Proben ergibt, so ist diese Aufgabe mit genügender Bestimmtheit zu lösen. Die specielle Ausführung wurde in folgender Weise vorgenommen.

Das zu prüfende feinst pulverisirte und gesiebte Mineral wird mit der 1-, 2- bis 10fachen Menge des reinen gleichfalls feinsten Quarzpulvers innigst gemengt. Auf diese Art werden 10 Proben erhalten, die man mit Wasser anmacht, Prismen daraus formt und mit dem Zusatze entsprechenden Nummern versieht. Fügt man hierzu noch eine gleiche Probe aus dem chemisch reinen Quarze, sowie (wenn auch nicht