Text-Bild-Ansicht Band 193

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Die procentische Zusammensetzung beider Materialien, zum unmittelbaren Vergleich einander gegenübergestellt, ergab sich:

Weiße Marseiller-Seife.

Im käuflichen Zustande
excl. 2,7 Proc. Wasser.
Im Schaume.
Fette Säuren, sogen. Hydrat 87,73 55,63
Natron 10,14 10,23
fremde organ. Bestandtheile 2,13 4,14
–––––––– ––––––––
100,00 100,00

Hier hatten sich also die fremden organischen Einmengungen wesentlich im Schaum angehäuft, so daß der relative Gehalt des Schaumes an solchen circa das Doppelte von der in der käuflichen Seife enthaltenen Menge derselben betrug.

München, im Reischauer'schen Laboratorium, August 1869.

CVI. Ueber Brocate (Krystallfarben) aus Glimmer.

Analysen aus dem chemischen Laboratorium des Technicums von Dr. Carl O. Cech in Prag.

In Deutschland wurden schon mehrmals Versuche angestellt, um den Glimmer durch Umwandlung in bronzeartige Farben zu verwerthen. Schwartze in London und Piller in Wien, stellen nun dieselben fabrikmäßig dar, wodurch der Verwerthung des Glimmers ein neues Feld eröffnet wurde.130) Der Glimmer wird zu diesem Behufe in Pochwerken zerkleinert, gemahlen, in Salzsäure ausgekocht, durch Auswaschen mit Wasser von der anhängenden Säure gereinigt, und mittelst Sieben der Größe nach in mehrere Sorten eingetheilt. Die so präparirten Glimmerschuppen haben einen schönen glasigen Glanz, ein silberartiges Ansehen und führen im Handel die Namen „Brocate,“ „Krystallfarben,“ „Glimmer-Bronze.“

Es kommen vier Sorten silberweißer und gefärbter Brocate in den Handel, welche je nach der Größe der Lamellen sortirt werden.

130)

Wir verweisen auf die Mittheilung über die Brocate von Fr. Rotter in Amberg (Bayern), im polytechn. Journal Bd CXCI S. 502 (zweites Märzheft 1869).

A. d. Red.