Text-Bild-Ansicht Band 197

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Beryll genommen werden; derselbe muß sehr fein gepulvert seyn und erfordert eine höhere Temperatur zu seiner Zersetzung.

Die Schwefelsäure, welche zur Zersetzung der Fluorverbindung dient, wird stets in der Form der englischen Schwefelsäure verwendet. Hinsichtlich dieser Säure ist zweierlei zu beachten, nämlich ihre Concentration und ihre Reinheit.

Was die Concentration anbelangt, so sollte immer eine möglichst concentrirte Säure verwendet werden, weil mit der Abnahme der Concentration auch die Einwirkung auffallend abnimmt. Hierbei ist zu beachten, daß in der neuesten Zeit der Säure zur Erhöhung ihrer Concentration an manchen Orten absichtlich gewisse lösliche Sulfate wie Bittersalz zugefügt werden.

Was anderweitige Verunreinigungen anbelangt, so kommen hier nur jene in Betracht, welche in die Kieselflußsäure übergehen könnten, wie Arsen und Salpetersäure. Wollte man diese vermeiden, so ist die Schwefelsäure auf die Art von Arsen und Stickstoffverbindungen zu befreien, daß man selbe im Freien mit 1/4 Proc. ihres Gewichtes Salmiakpulver mengt und erhitzt.

Das Verhältniß der Gemengtheile. – Dieses richtet sich nach dem verwendeten Material. Bei Anwendung von Flußspath und Quarzpulver oder Sand nimmt man fast allgemein gleiche Theile der beiden, obgleich, eine vollständige Zersetzung des Flußspathes vorausgesetzt, auf einen Theil desselben schon 0,384 Theil Kieselerde genügen würde. Ein Ueberschuß des Kieselpulvers ist jedoch nothwendig, um der freiwerdenden Flußsäure eine möglichst große Oberfläche zu bieten und im Falle der Anwendung von Glasgefäßen dieselben vor allzustarkem Angriff zu schützen. – Wenn man Glaspulver verwendet, so pflegt man auf 1 Theil Flußspath 1 1/4–1 1/2 Theile zu nehmen, weil das Glas durchschnittlich 70 Proc. Kieselerde enthält. Bei Anwendung von Kryolith können dieselben Verhältnisse beibehalten werden.

Bei jeder Mischung ist wohl zu beachten, daß die Bestandtheile auf das Innigste gemengt und vollkommen trocken verwendet werden.

Bezüglich der Menge der Schwefelsäure schreiben die Lehrbücher viel mehr von dieser Säure vor, als eigentlich zur Zersetzung nothwendig wäre. Der Grund scheint in der Erfahrung zu liegen, daß bei dem Grade der Flüssigkeit wie solche z.B. das Verhältniß von 1 Theil Flußspath, 1 Theil Quarz und 6–9 Theilen englischer Schwefelsäure liefert, die Masse nicht so leicht überschäumt, als wenn sie dicker ist.

Man kann übrigens bei Anwendung geräumiger Gefäße, welche also hinreichenden Steigraum bieten, mit einer bedeutend kleineren Menge