Text-Bild-Ansicht Band 197

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ist erst eine recht dankbare und kann nicht genug auch für die Möbeldecoration empfohlen werden. Man kann allerdings nicht jedes Holz dazu verwenden, von manchem nur die Auswüchse, den sogen. Maser. Doch sind gerade die verwendbaren Hölzer nicht besonders theure Materialien.

Die Model wirken im erhitzten Zustand besser; es darf dieß aber nicht zu weit getrieben werden, denn die Verkohlung soll durchaus nicht eintreten; einige Tropfen Wasser auf den Model gegeben, sollen rasch verdampfen. Eine Bräunung des Holzes ist nicht zu vermeiden. Harzhaltige Hölzer sind wegen der durch die Erhitzung hervorgerufenen Flecken unbrauchbar. Diesen Uebelstand hat man indessen auf verschiedene Art zu bekämpfen gesucht. Man benutzt z.B. Hobelspäne von beliebiger Größe; sie werden mit der platten Seite auf den Model gelegt, auf der anderen Seite mit Tischlerleim überzogen, hierauf mit einer neuen Schicht von Hobelspänen bedeckt, deren Fasern senkrecht zu den Fasern der ersten Schicht laufen, auf der Rückseite wieder mit Leim versehen u.s.f. Eine auf diese Art hergestellte Holzplatte nimmt die Pressung vorzüglich an, und behält auch an Orten wo sie der Feuchtigkeit ausgesetzt wird, z.B. bei Lambrinen, ihre Form. Bei dieser Methode bedarf der Model keiner starken Erhitzung und kann dadurch die ursprüngliche Farbe des Holzes geschont werden. Alle Methoden welche der Hauptsache nach Pressung sind, liefern Gesimsleisten, kleine Medaillons, Schlüssellochumrahmungen und dergl. Die Verwendung derselben auch außerhalb der Möbelindustrie ist eine großartige.

Reliefpressungen von Furnüren können auch in sehr rascher Weise durch gravirte Metallwalzen hergestellt werden, von welchen die eine vertieft gravirt, die andere correspondirend erhöht dargestellt worden ist. Man versieht in diesem Falle die Rückseite mit durch Mehlkleister aufgeklebtem, dünnem Briefpapier und preßt die Furnüre noch im feuchten Zustand. In Oesterreich sind solche gepreßte und speciell gaufrirte Furnüre seit langer Zeit bekannt und werden durch den Fabrikanten Podani in Wien in vollendeter Form in den Handel gebracht.

Die Holzgießerei reiht sich hier an. Unter Holzgießerei versteht man das Formen einer teigähnlichen, mehr oder minder aus Holz bestehenden Masse mit Zuhülfenahme von Modeln. Das Wesentliche dabei besteht darin, daß die Holzplatte sich von der Form gut ablöst und dann einen cohärenten, harten Körper bildet. Es ist eine große Zahl von Recepten in die Oeffentlichkeit gekommen. Man unterscheidet Kreidepasten, Kartoffelpasten, Steinpasten etc. Alle enthalten mehr oder weniger Procente von Holzspänen und zu diesen wieder eignen sich besonders