Text-Bild-Ansicht Band 197

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desselben um 1,1 bis 1,2 Procente zu erhöhen vermöge, und daß ein solcher Zusatz durch die gewöhnlichen der Polarisation vorangehenden Klärungsmittel, namentlich durch basisch-essigsaures Bleioxyd, nicht beseitigt werde, welche beide Thatsachen sich übrigens theoretisch voraussehen ließen.

Um meine Vermuthung zur Gewißheit zu erheben, mußte ich nun bemüht seyn, die verschiedenen bekannten, das Dextrin charakterisirenden Reactionen123) näher in Betracht zu ziehen und vergleichend zu studiren, sowohl bei absichtlich mit Dextrin versetzten als bei dextrinfreien Rohzuckern, um solche alsdann als Erkennungsmittel für den muthmaßlichen Dextringehalt des vorliegenden Zuckers benutzen zu können. Ohne mich auf die Schilderung der Details meiner Versuche in dieser Richtung einzulassen, will ich nur kurz bemerken, daß mir die unzweifelhafte Nachweisung des Dextrins in dem fraglichen Zucker gelungen ist, und werde ich in den nachfolgenden Zeilen die vielfach geprüften Reactionen beschreiben, welche geeignet sind, dextrinhaltige Rohzucker erkennen zu lassen.

Von den verschiedenen Reactionen, die das Dextrin zeigt, sind nicht alle für den vorliegenden Zweck anwendbar, wegen der in den Rohzuckern gleichzeitig vorkommenden Nichtzucker-Bestandtheile; insbesondere gilt dieß von den Reactionen welche alkoholische Bleilösungen, sowie Salze metallischer Säuren gewähren, Reactionen die eben so oft richtig seyn als täuschen können. Es haben sich namentlich nur zwei Reagentien für die Nachweisung von Dextrin in Rohzuckern bewährt; diese sind starker Alkohol und Jodlösung. Ersterer fällt bekanntlich das Dextrin aus seinen wässerigen Lösungen und zwar als zähes fadenziehendes Gerinsel, wenn die Dextrinlösung concentrirt war; in verdünnten Lösungen aber, wie sie namentlich hier in Betracht kommen, bewirkt starker Alkohol nur eine mehr oder weniger bemerkliche milchige Trübung. Wenn jedoch starker, etwa 90- bis 95procentiger Alkohol in einer concentrirten Zuckerlösung, in welcher Dextrin zu vermuthen ist, eine Trübung bewirkt, so darf diese nicht immer als von Dextrin herrührend angesehen werden, denn manche salz- und besonders gypsreiche Rohzucker können ebenfalls hierbei eine Trübung geben. Der Alkohol ist somit kein absolutes, sondern nur ein bestätigendes Reagens für das Vorkommen von Dextrin im Rohzucker.

Die Auflösungen der meisten Dextrinsorten des Handels geben nach Biot und Persoz mit wenig wässeriger Jodlösung versetzt eine charakteristische

123)

Gmelin's Handbuch Bd. VII S. 634 enthält eine ziemlich vollständige Zusammenstellung derselben.