Text-Bild-Ansicht Band 48

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den das Pulver, und die Erschütterung, welche die Luft darauf ausübt, gehörigen Widerstand leisten zu können. Man ließ daher neue Bomben, und zwar von den in Fig. 9 ersichtlichen Verhältnissen gießen; mit diesen machte man anfänglich 8 bis 10 Versuche, wobei man die Bomben mit Sand füllte, und sie mit allmählich steigenden Ladungen von 6 bis zu 12 Pfunden abfeuerte. Nachdem diese Versuche genügend ausfielen, wurden die Bomben mit 1/3 und dann mit ihrer ganzen Ladung Pulver gefüllt. Von 6 Bomben zersprang nur eine an der Mündung des Mörsers; die übrigen fielen in der Nähe der Tartsche nieder, und zerplazten daselbst mit solcher Gewalt, daß sie die Erde im Umfange von mehreren Kubikfußen aufrissen, und daß die Splitter derselben bis auf 450 Yards aus einander flogen. Die Bomben wurden mittelst eines Bokes auf gleiche Höhe mit der Mündung des Cylinders gehoben, indem sich an diesem Boke eine Drehstange befand, an deren einem Ende zwei Ketten mit Haken, die die Ringe der Bomben faßten, angebracht waren, während an dem anderen Ende ein Gewicht angehängt war, welches dem Gewichte der Bombe gleichkam. Auf diese Weise konnten die Bomben sehr leicht in die Kammer herabgelassen werden, wo dann eine aus zusammengedrehtem Strohe bestehende Vorladung als Pfropf angewendet wurde. Die Operation des Ladens erforderte nach diesem Manoeuver jedes Mal zwischen 37 und 50 Minuten. Das Zündloch war mit einem Feder-Detonator versehen, welchen der Mann, der den Schuß abfeuerte, und der sich hinter einem Querlaufe befand, mittelst eines langen Strikes anzog.

Nachdem nun diese vorläufigen Versuche die Brauchbarkeit dieses monströsen Geschüzes erwiesen hatten, wurde dasselbe in eine Batterie gebracht. 8 Pferde waren zum Weiterschaffen des Wagens, auf welchem sich der Mörser befand, und eben so viele zum Fortschaffen seiner Bettung nöthig. Man stellte ihn 800 Yards von der Fernando-Bastion der Citadelle auf. Um Mitternacht vom 21. auf den 22. wurde er mit 12 1/2 Pfund Pulver geladen und zum ersten Male losgeschossen: die Bombe wurde wirklich in die Festung geschleudert und zerplazte in der Nahe des großen Pulvermagazines. Bei dem zweiten Schusse, der eine Stunde später erfolgte, zerplazte die Bombe gleich außerhalb der Mündung des Mörsers, und zwar nicht durch eine Explosion des Zünders, sondern in Folge der geringen Festigkeit der Kugel. Es wurde daher die größte Sorgfalt bei der Auswahl der Bomben empfohlen: man nahm nur solche, deren Boden diker war. Den Tag darauf wurde der Mörser mehrere Male in gehörigen Zwischenräumen mit bestem Erfolge abgefeuert; man konnte die Bombe leicht mit freiem Auge auf ihrem Fluge verfolgen, denn sie sah wie