Text-Bild-Ansicht Band 48

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ein großer Fangball aus und schien sich nur langsam fortzubewegen. Am 23. capitulirte General Chassé, und mithin war die Gelegenheit zu weiteren Erfahrungen mit diesem fürchterlichen Apparate beendigt.

XLIX. Ueber das Verhältniß, welches zwischen den Leistungen einer Maschine und ihres Modelles Statt findet; von Edward Sang, Lehrer der Mathematik in Edinburgh.

Aus Jameson's Edinburgh new Philosophical Journal. Januar 1833, S. 145.

Auf den ersten Blik sollte man glauben, daß ein gut verfertigtes Modell die Anordnung und das Verhältniß der Theile einer Maschine und ihre Wirkungsart vollkommen repräsentirt. Man könnte hiernach, wenn man die Sache nicht genauer untersucht, auch vermuthen, daß die Leistung eines Modelles in allen Fällen mit derjenigen einer darnach verfertigten Maschine übereinstimmt. In diesen Irrthum verfielen viele unserer geschiktesten Mechaniker und besten Arbeiter, und verschwendeten so ihre Zeit und Geschiklichkeit mit der Verfertigung von Apparaten, die, obgleich sie in kleinem Maßstabe ihren Zwek erfüllen, doch gerade wegen ihrer Einrichtung denselben verfehlen mußten, sobald sie im Großen ausgeführt wurden. Wären diese Leute mit dem Verfahren bekannt, wie man die Wirkungen einer Maschine berechnet, oder wären sie in der Physik in so weit bewandert, daß sie die Basis, auf welche solche Berechnungen gegründet sind, verstehen könnten, so würden im Maschinenfache nicht so oft unzeitige und unausführbare Vorschlage dem Publikum vorgelegt werden. Sie betrachten aber diese Kenntniß zu häufig als unrichtig oder als zu schwierig zum Erlernen. Sie werden nämlich durch die ungereimte Unterscheidung, welche man zwischen Theorie und Praxis gemacht hat, – als wenn die Theorie etwas Anderes als eine Zusammenfassung der Resultate der Erfahrung wäre, – abgeschrekt; oder, wenn sie auch dieses Vorurtheil überwinden und sich entschließen, in die Geheimnisse der Naturlehre einzudringen, so verirren sie sich unter Namen und Zeichen, weit sie die Sache auf der unrechten Seite angefangen haben. Die Aneignung solcher Kenntniß ist allerdings mit Schwierigkeiten verbunden, aber diese können auch nur durch ein zwekmäßig angeordnetes Studium überwunden werden. Es wäre eine grobe Täuschung, wenn man die Leute in der Ansicht aufziehen wollte, daß Kenntnisse, sie mögen noch so geringfügig seyn, ohne Mühe erworben werden können. Es dürfte jedoch sowohl für