Text-Bild-Ansicht Band 49

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Eine Methode Gußstahl, Stahl und Eisen zusammenzuschweißen.

Man schweißt in neueren Zeiten in England Gußstahl mit Gußstahl, Stahl mit Stahl und Eisen mit Eisen mittelst folgenden Flußmittels mit gutem Erfolge zusammen. Man schmilzt nämlich Borax in einem irdenen Gefäße und sezt dann 1/10 Salmiak zu; die halbglasige Masse, die man auf diese Weise erhält, wird gepulvert und mit etwas Kalk vermengt, womit das Flußmittel vollendet ist. Will man sich desselben bedienen, so bringt man das Stük, welches geschweißt werden soll, zum Rothglühen, überstreut es mit dem Flusse, sezt es dann einer Hize aus, welche geringer ist als jene, bei welcher die sonstigen Schweißmittel schmelzen, und hämmert die zu schweißenden Theile auf die gewöhnliche Weise. (Journal des connaissances usuelles. April 1833, S. 218.)

Eine neue Gasbeleuchtung-Methode.

Hr. Loudon bemerkt in einem der neuesten Theile seiner Encyclopaedia of Cottage, Farm and Villa Architecture bei Beschreibung eines Planes zu einer italiänischen Villa: „Diese Villa soll mit Gas beleuchtet werden, und zwar mittelst Brennern, die sich außerhalb der Fenster befinden, und die mit parabolischen Reflectoren versehen sind, wie dieß bereits früher schon einige Mal in England in Vorschlag gebracht und wirklich ausgeführt wurde. Der Eindruk, den diese Beleuchtung in einer dunklen Nacht außen macht, ist wirklich unglaublich und äußerst prächtig. Für die Bewohner der Zimmer hat diese Beleuchtungsmethode den Vortheil, daß jeder Geruch sicher vermieden und die Luft in den Zimmern nicht so sehr erhizt wird, und endlich auch noch den, daß das Licht, indem es gleich dem Sonnenlichte von der Seite her Zutritt hat, viel angenehmer und natürlicher ist. Die Brenner und Reflectoren können am Tage jedes Mal entfernt werden.“ Wir zweifeln sehr, daß eine solche Beleuchtungsmethode bei uns irgendwo in Anwendung kommen wird; man sieht es weit lieber, wenn das Licht unter den Schäffel gestellt wird.

Hrn. Piet's Dochte für Nachtlampen.

Der französische Arzt, Hr. Piet, theilt im Journal des connaissances usuelles, Mai 1833. S. 301, folgende Methode die Dochte für Nachtlichter zu bereiten mit. Er verfertigt dieselben nämlich aus feinem Briefpapier, welches er in Streifen von 6 Centimeter Länge und 13 Millimeter Breite schneidet. Diese Streifen rollt er auf sich selbst auf, so daß sie kleine Cylinder bilden, welche in den Schwimmer, dessen mittleres Loch gewöhnlich 2 Millimeter im Durchmesser hat, gestekt werden. Dergleichen Dochte brennen wenigstens 18 Stunden lang, und haben vor allen Dochten, jene aus Amianth ausgenommen, einen Vortheil voraus. Das Licht, welches sie geben, ist Heller, weniger flakernd, und es erzeugen sich an ihnen keineswegs die an den gewöhnlichen Dochten sich zeigenden, sogenannten glühenden Schwämme. Beinahe noch besser ist es jedoch, wenn man die Papierstreifen nur 4 bis 5 Centimeter lang nimmt, indem die aus denselben gebildeten Cylinder dann in dem Loche des Schwimmers weniger zusammengedrükt werden, so daß das Oehl noch leichter zwischen den Papierlagen emporsteigt. Die einzige Vorsicht, welche man bei diesen Dochten, um sie länger dauern zu machen, zu beobachten hat, besteht darin, daß man sie senkrecht in den Schwimmer steken muß, und daß man sie nicht eher anzündet, als bis sie ganz mit Oehl getränkt sind. – Die Redaction bis Journal des connaissances usuelles bemerkt, daß sie die Piet'schen Dochte, auf deren Erfindung der Hr. Doctor während eines langen Krankenlagers kam, probirt, und so gut befunden habe, daß sie sich nun fortwährend derselben für die Nachtlichter bedient.

Ueber die Verfertigung des sogenannten hydrographischen Papieres.

Man verkauft, sagt Hr. Coulier im Journal des connaissances usuelles, Mai 1833. S. 288, seit einiger Zeit zu Paris ein sogenanntes hydrographisches Papier, auf welchem man mit Wasser, Speichel oder irgend einer anderen Flüssigkeit deutlich schreiben kann. Die Bereitung dieses Papieres, welches bei