Text-Bild-Ansicht Band 49

Bild:
<< vorherige Seite

manchen Leuten so viel Aufsehen machte, ist höchst einfach. Man tränkt nämlich gewöhnliches Papier mit einem leichten Galläpfel-Absude, und überstreut es, nachdem es im Schatten vollkommen gut getroknet worden, mit höchst fein gepulvertem, calcinirten Eisenvitriole, den man überall gut in das Papier einreibt, so wie man das Papier z.B. mit Gummi Sandarac einreibt, um es wasserdicht zu machen. Das Papier enthält auf diese Weise offenbar alle zur Tinten-Bildung nöthigen Elemente bis auf das Wasser, gibt Man ihm such dieses in regelmäßigen Zügen, so wird man auf dem Papiere deutliche Schriftzüge oder Zeichnungen durch wahre Tinte erhalten. Man verkauft dieses Papier gegenwärtig in kleinen Cahiers, das Stük zu 50 Centimen.

Papier wird jezt in England nach der Meile verkauft.

Das Papier, welches noch vor wenigen Jahren nur in Bogen verfertigt wurde, wird nun in England nicht bloß nach der Elle, sondern sogar nach der Meile bestellt und verkauft! Welche Aussicht für unser schreibendes Zeitalter und für unsere Papier verwüstenden und durch Scriblerei die Welt regierenden und beglükenden, niederen und hohen Schreiber! Um wie viel fühlbarer wird die Wohlthat dieser Erfindung bei uns seyn, als in England, wo man bloß für das von unseren Gelehrten verrufene Grob- und Gemeinnüzliche Sinn hat! – Der Staffordshire-Mercury enthält folgenden brieflichen Auftrag eines Fabrikanten an Hrn. Fourdrinier zu Newcastle: „Belieben Sie mir 10 Meilen Ihres besten Drukpapieres zu senden, und zwar 6 Meilen von einer Breite von 30, und 4 Meilen von einer Breite von 22 Zollen. Das Papier soll nach Georg Fourdrinier's Methode auf hölzerne Walzen aufgerollt seyn. Ich verharre etc.“ Man drukt dieses beinahe endlose Papier gegenwärtig in England auf dieselbe Weise mit gravirten Walzen, auf welche man die Kattune in den Kattundrukereien drukt. Das bedrukte Papier wird dann zu Tapeten und anderen Dingen verwendet.

Wie sich die durch den Schimmel an Zeugen hervorgebrachten Fleken vertreiben lassen.

Das Mechanics' Magazine, No. 509 gibt folgende Vorschrift, nach welcher sich jene Fleken, die an Zeugen entstehen, welche an feuchten Orten aufbewahrt werden, am sichersten vertilgen und entfernen lassen. Man soll nämlich 2 Unzen Ammonium in 2 Pfund Wasser auflösen, den Zeug 5 Minuten lang in diese Auflösung untertauchen und dann in reinem Wasser auswaschen. – Wir können über die Wirksamkeit dieses Mittels aus Erfahrung nichts sagen; nur darauf wollen wir aber unsere Leser aufmerksam machen, daß die Zeuge, die man auf diese Weise behandeln will, durchaus keine Farbe haben dürfen, welche durch Alkalien eine Veränderung erleiden, indem, sonst der ganze Zeug verloren oder wenigstens in der Farbe ganz verändert werden würde.

Ueber das Gerben von grober Leinwand, Striken u. dgl.

So gut sich thierische Häute durch die Behandlung mit Gerbestoff gegen das Verderben schüzen lassen, eben so gut kann man auch der Leinwand, dem Garne, Spagat, den Striken etc. durch die Anwendung dieses Mittels größere Stärke und Dauerhaftigkeit geben. Es ist dieß ein Mittel, welches bereits sehr alt ist, welches aber gegenwärtig nur mehr einigen Fischern und einigen an der See wohnenden Leuten bekannt zu seyn scheint. – Man soll, wie das Journal des connaissances usuelles, März 1833, S. 169 sagt, die Leinwand in dieser Absicht 8 bis 10 Tage lang in eine Eichenrinden-Brühe einweichen, und diese Operation von Zeit zu Zeit wiederholen, bis man bemerkt, daß die braune Farbe der Leinwand wieder zu bleichen anfängt. Was den Spagat betrifft so soll man denselben in eine Auflösung von zwei Pfund Leim in 30 Liter Wasser einweichen, und dann in einen Eichen-Absud oder in eine andere gerbestoffhaltige Flüssigkeit bringen. Es entsteht auf diese Weise zwischen den einzelnen Fasern ein festes Gewebe, wodurch die Stärke der Strike bedeutend vermehrt wird.