Text-Bild-Ansicht Band 49

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Ueber das Aufblasen der Kautschuk-Ballons.

Ich habe nach Rutter's Angabe, sagt Hr. Baddeley im Mechanics' Magazine N. 511, mehrere Kautschuk-Ballons dadurch auszudehnen versucht, daß ich Luft in denselben verdichtete, und auch dadurch, daß ich den Druk einer Wassersäule darauf einwirken ließ. Ich fand jedoch, daß das Wasser hiebei nachtheilig auf den Kautschuk einwirke, so daß ich die Anwendung der trokenen Wärme während des Aufblasens für die beste Methode halte, nur muß diese Wärme gleichmäßig und unter beständigem Umdrehen des Ballons angebracht werden. Ist die Kautschuk-Flasche ungleich dik, so lasse ich auf die dikeren Stellen etwas mehr Wärme einwirken, wo sich dann bei langsamen und vorsichtigen Aufblasen diese Ungleichheit ausgleichen wird. Ich habe auf diese Weise Ballons von 20 bis 22 Zoll im Durchmesser verfertigt. Am besten ist es, wenn man die Flasche, nachdem sie bis zu einer gewissen Größe aufgeblasen worden, in eine erwärmte Luft bringt; denn dann wird die Luft sich allmählich ausdehnen und folglich auch die Flasche erweitern. Ist dieß geschehen, so blast man noch mehr Luft ein, und erwärmt die Flasche neuerdings u.s.f. bis sie die gehörige Größe erlangt hat. – Berstet eine solche Flasche beim Aufblasen, so eignet sich die dünne Kautschuk-Substanz, die man erhält, ganz gewöhnlich zum Verbinden von Gläsern und dergleichen, wozu sie weit besser taugt, als die gewöhnlich gebräuchlichen Schweinsblasen. Für pneumatische Apparate, Luftpumpen etc. geben diese Kautschuk-Platten die besten Teller, die die ledernen weit übertreffen.

Vorschlag zu einer Methode Fässer öhldicht zu machen.

Ein Correspondent des Journal des connaissances usuelles macht in einem der lezten Hefte dieser Zeitschrift den Vorschlag die Fässer, welche mit irgend einem Oehle und selbst mit Terpenthin-Oehl gefüllt werden sollen, auf folgende Weise gegen das gewöhnliche, lästige und Verlust bringende Durchsikern des Oehles zu sichern. Man soll dieselben nämlich nach seinem Rathe innen mit einem Ueberzuge versehen, den er aus einer Mischung von Leim und Melasse bereitet wissen will, gleich jenem, womit man in Drukereien den elastischen Theil der Schwärz Walzen verfertigt. Das Verfahren und das Verhältnis, nach welchem man diese Mischung in den Drukereien bereitet, ist folgendes: Man erhizt 7–8 Theile Melasse in einem Kessel, der nur zu 3/4 voll wird, schäumt diese gehörig ab, und sezt ihr, im Falle sie zu lebhaft aufschäumt, etwas kaltes Wasser zu. Wenn die Melasse einige Blasen geworfen hat, sezt man ihr einen Theil Leim von der besten Qualität, den man vorher 24 Stunden lang in Wasser weichen ließ, zu, schäumt dann wieder ab, und versucht, wenn die Mischung innig erfolgt zu seyn scheint, ob sie beim Erkalten die gehörige Consistenz annimmt. Ebenso soll man nun auch den Ueberzug für die Oehlfässer bereiten; doch meint der Verfasser dieses Artikels, daß das Verhältniß der Melasse zum Leime in diesem Falle etwas zu groß seyn dürfte, und daß man wahrscheinlich mit der Hälfte der Melasse ausreicht, da dieselbe weiter keinen anderen Zwek hat, als dem Leime oder Gummi Geschmeidigkeit zu geben, damit er bei allenfallsigen Erschütterungen und bei zu großer Trokenheit nicht von den Wänden der Fässer abspringe. Was die Anwendung dieses Ueberzuges betrifft, so ist dieselbe mit gar keinen Schwierigkeiten verbunden: sie kann vorgenommen werden, bevor das Faß noch ganz zugeschlagen ist, oder wenn dasselbe bereits vollends bereift ist. Im ersteren Falle trägt man den Ueberzug heiß mit einem Pinsel auf die erhizten Wände des Fasses auf; im zweiten gießt man die Masse siedend in das Faß, und dreht und wendet dann dieses nach allen Richtungen, damit es überall gleichförmig mit derselben ausgekleidet werde. – Da es möglich ist, daß der gewöhnliche Leim dem feinen Olivenöhle allenfalls einigen Geruch mitteilen könnte, so könnte man für diesen Fall reine Gallerte, und statt der Melasse wohl auch Honig Syrup anwenden. – Der Verfasser hat mit diesem Verfahren zwar noch keine Versuchte im Großen angestellt; allein im Kleinen gelangen sie ihm so gut, daß er selbst Terpenthin-Oehl in einem Gefäße aus Pappendekel, welches innen mit dieser Substanz überzogen war, eben so gut aufbewahren konnte, wie in einem gläsernen Gefäße. Er glaubt endlich, daß sich ebendieselbe oder eine ähnliche Masse auch benuzen ließe, um das Abspringen von aufgelegtem Holze zu verhindern. Der Vorschlag scheint allerdinas einiger Versuche werth zu seyn.