Text-Bild-Ansicht Band 49

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Material für öhldichte elastische Gefäße.

Ein Correspondent des Mechanics' Magazine stellte an die Leser dieses Journales die Anfrage, ob sie ihm kein Material anzugeben wüßten, aus welchem sich ein Gefäß verfertigen ließe, dessen Wände elastisch wären, und welches selbst bei einem bedeutenden Druke doch kein Oehl durchsikern ließe. Auf diese Anfrage antwortet nun Hr. J. O. N. Ritter im Mechanics' Magazine, No. 509, daß es ihm gelungen sey, hiezu einen Kautschuk Ballon zu nehmen, und diesen, um ihm größere Festigkeit zu geben, außen mit Leder zu überziehen. Zu bemerken ist übrigens hierbei, daß über die Oehldichtigkeit des Kautschuks (wenn wir diesen Ausdruk brauchen dürfen) noch einige Meinungsverschiedenheit herrscht, die sonderbar genug noch durch keine directen Versuche berichtigt ist. Wir glauben, daß der Kautschuk-Ballon bald von dem Oehle angegriffen werden wird, besonders unter der Mitwirkung eines stärkeren Drukes.

Ueber die Bereitung des Kastanien-Kaffee's.

Da sich der Gebrauch des Kastanien-Kaffee's in Frankreich immer mehr und mehr verbreitet, so dürfte es vielleicht manchem unserer Leser nicht unangenehm seyn, Einiges über die dortige Bereitung desselben zu erfahren, wenn auch hieraus nur hervorgeht, daß dieser Kaffee den sächsischen, preußischen und überhaupt norddeutschen Kaffee-Machwerken ganz ähnlich ist. Dieser sogenannte Kaffee wird nämlich aus Runkelrüben, Kastanien und Olivenöhl bereitet. Man nimmt gute und sauber gereinigte Runkelrüben, schneidet sie klein würfelig und troknet sie im Ofen. Ebenso nimmt man reife, unverdorbene Kastanien, schält sie ab, schneidet sie klein würfelig und troknet sie. Das Oehl muß sehr gut und sehr frisch seyn, und darf durchaus keinen Nachgeschmak haben. Man nimmt nun von den getrokneten Runkelrüben ein Pfund und erhizt sie in einem kupfernen Beken über einem mäßigen Feuer und unter beständigem Umrühren bis auf einen hohen Grad, so jedoch, daß sie nicht verkohlt werden; dann gießt man drei Quentchen Olivenöhl darauf, läßt sie noch 5 Minuten lang unter Umrühren auf dem Feuer, und mischt sie endlich mit einer Unze getrokneter Kastanien, womit man sie ganz nach Art des wahren Kaffee's röstet. Dieses Rösten erfordert jedoch sowohl in Hinsicht auf den Grad der Hize, als in Hinsicht auf die Dauer viele Sorgfalt; es darf anfangs nicht zu rasch betrieben werden, sondern unter beständiger Aufmerksamkeit auf Farbe und Geruch der zu röstenden Substanzen. Sobald der unangenehme Geruch der Runkelrüben nicht mehr bemerklich ist, sobald sich dafür der angenehme Geruch der Kastanien zu erkennen gibt, und sobald das ganze Gemenge eine dunkelbraune Farbe angenommen hat, soll man die Operation beendigen. Thut man dieß zu früh, so erhält der sogenannte Kaffee einen faden Geschmak, an welchem der Runkelrübengeschmak vorschlägt; röstet man die Masse hingegen zu lange, so wird das Arom der Kastanien verflüchtigt und der Kaffee wird bitter. Der geröstete Kaffee muß alsogleich, wie er abgekühlt ist, gemahlen und dann in gut verschlossenen irdenen Gefäßen aufbewahrt werden; er verliert aber selbst bei dieser Vorsicht mit der Länge der Zeit mehr an Güte. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. April 1833, S. 213.)

Ueber den Verbrauch an Butter in London.

Man kann annehmen, daß in London jedes Individuum wöchentlich 1/2 Pfund Butter verzehrt, so daß mithin jährlich 26 Pfund auf den Kopf treffen. Nimmt man nun die Bevölkerung Londons zu 1,450 000 Seelen an, so ergibt dieß einen jährlichen Verbrauch von 37,700,000 Pfund oder von 16,830 Tonnen Butter. Dazu sind aber noch gegen 4000 Tonnen zu rechnen, welche theils zur Verproviantirung von Schiffen, theils zu anderen Zweken verwendet werden, so daß man mithin die ganze zu London verbrauchte Buttermasse zu 47,040,000 Pfund annehmen kann. Um diesen Bedarf an Butter zu deken, sind, da nach Marshall eine Kuh des Jahres 168 Pfund Butter gibt, nicht weniger als 280,000 Kühe nöthig! (Aus dem Saturday's Magazine, No. 9.)