Text-Bild-Ansicht Band 49

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Ueber die Behandlung des gemähten Heues bei nassem Wetter.

Es geschieht bei uns sehr häufig, daß die Heu-Ernte durch die während der selben nicht selten eintretende nasse Witterung bedeutend Schaden leidet, daß das Heu gelb und halb faul wird, und dann nur mit Nachtheil zur Fütterung verwendet werden kann. Der Fehler hievon ist, daß man bei uns das gemähte Heu, wenn Regen eintritt, nicht nur nicht umkehrt, sondern eher noch naß in Hausen formt. Die Folge hievon ist, daß es in Gährung geräth, sich erhizt, gelb wirb und endlich fault. Allem diesen kann nun abgeholfen werden, wenn man das gemähte Gras, selbst wenn es regnet, täglich fleißig umkehren läßt, so daß keine Erhizung Statt finden kann; das Gras wird bei dieser Behandlung beinahe eben so schön grün bleiben, als wenn es bei günstigem Wetter gemäht und getroknet worden wäre. Man befolgt diese Methode gegenwärtig in Nordamerika sehr häufig, und empfiehlt sie durchgehende (Aus dem Recueil industriel. April 1833, S. 84.)

Seidenraupen-Koth als Viehfutter empfohlen.

Ein Correspondent des Journal des connaissances usuelles hat im Maihefte dieser Zeitschrift auf die bekannte Thatsache aufmerksam gemacht, daß sowohl die Ziegen und Schafe, als auch das Rindvieh nicht leicht nach einer Nahrung gieriger sind, als nach den Abfällen, die sich bei der Seidenzucht ergeben, und welche bekanntlich aus angefressenen Maulbeerblättern und Raupenkoth bestehen. „Nur mit Mühe und Gewalt, sagt er, kann man im südlichen Frankreich die Schafe von dem Orte wegtreiben, an welchem diese Abfälle gewöhnlich aufbewahrt werden, und gibt man ihnen davon, so fressen sie selbst dann noch mit dem größten Behagen und ohne alle üblen Folgen, wenn diese Abfälle bereits einen so üblen Geruch verbreiten, daß Jedermann deren Nähe meidet.“ Diese Beobachtungen brachten nun den erwähnten Correspondenten auf die Idee, den Raupenkoth und die Blätter-Ueberreste, welche bisher nur als eines der kräftigsten Düngmittel bekannt waren, als Viehfutter zu benuzen, an welchem besonders in manchen südlichen Gegenden nicht selten Mangel ist. Das Verfahren, welches er hiebei anräth, ist folgendes: Man soll die Abfälle an der Sonne troknen, und die noch darunter befindlichen Raupen, welche durch ihre Fäulniß schaden würden, entfernen; dann soll man den eigentlichen Raupenkoth mittelst eines Siebes von den Blätter-Abfällen scheiden, und erstere in Sake eingepreßt, leztere hingegen in alten Fässern für den Winter aufbewahren. Von dem Raupenkothe soll man einem in Mästung stehenden Ochsen statt des Getreides Morgens und Abends einen bis zwei Liter geben; Schafe und Hammel erhalten natürlich eine verhältnismäßig geringere Portion. Die Blätter-Abfälle kann man als Heu verfüttern, jedoch immer in geringerer Menge, als dieses, da sie in geringer Menge schon ein sehr kräftiges Nahrungsmittel abgeben. – (Wir glauben nicht, daß die Seidenraupenzucht bei uns so bald solche Fortschritte machen wird, daß der Raupenkoth eine andere Benuzung, als jene auf Dünger zuläßt. Gesezt aber auch, wir kämen bald in diese glükliche Lage, so glauben wir doch vor dem Verfüttern dieses Kothes so lange warnen zu müssen, bis durch hinlängliche Versuche erwiesen ist, daß diese Art von Futter den Thieren auch durchaus keine Nachtheile bringt. Wir können uns nämlich, wenn wir die Sache der Analogie mit anderen ähnlichen Fällen nach beurtheilen, durchaus nicht der Sorge erwehren, daß eine solche Nahrung die Thiere vielleicht zu manchen Krankheiten und besonders zum Umsichgreifen mancher Seuchen geneigter machen könne und müsse.)

Verschiedene Mittel gegen Raupen, Feldmäuse etc.

Das Journal des connaissances usuelles, April 1833 enthält, wie gewöhnlich auch dieß Mal, wieder einige Mittel gegen Ungeziefer allerlei Art, von denen einige wenig bekannt zu seyn scheinen. Wir wollen dieselben hier mittheilen, ohne deren Wirksamkeit verbürgen zu können und zu wollen. – Gegen die Raupen soll man im Frühjahre mit Feuergewehren auf die Jagd gehen, und zwar auf folgende Weise. Die Raupen sammeln sich bekanntlich zu gewissen Tageszeiten an den Verzweigungen der Bäume; in diesem Zustande soll man sie nun erlegen,