Text-Bild-Ansicht Band 49

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Schiffen zur Reinigung der Luft benuzen sah. Die ersten Versuche, die er in dieser Hinsicht anstellte, hatten kein günstiges, oder vielmehr kein genügendes Resultat; er bediente sich nämlich zuerst eines großen Blasebalges, dessen Unzulänglichkeit er jedoch bald erkannte. Er sah bald ein, daß das einzige Mittel, wodurch man zum erwünschten Zweke gelangen könnte, darin bestünde, die verdorbene Luft und die schädlichen Gase der Brunnen auszupumpen, und diese schädliche Luft sogleich durch frische atmosphärische Luft zu ersezen. Diese Aufgabe stellte sich nun Hr. Pottier: sie war für ihn um so schwieriger, als er durchaus kein Mechaniker war. Nach zahlreichen Versuchen, und ohne darauf Anspruch zu machen, einen neuen Ventilirapparat erfunden zu haben, kam er endlich auf das Gebläse, welches er der Gesellschaft zur Untersuchung vorlegte, und welches bereits sowohl in seinen Händen, als in jenen anderer Brunnengräber und Kloakenräumer die besten Wirkungen zeigte.

Der Apparat des Hrn. Pottier ist ein mechanischer Ventilator, der jedoch weder jenem der Doctoren Hallet und de Mours, noch jenen der HH. Goulet de Rugy, Scholz, Pommier und anderer gleich ist. Er erinnerte uns zwar an gewisse, in den Bergwerken gebräuchliche Gebläse und Pumpen, ist jedoch auch von den Ventilatoren, welche Déline, Monnet, Borgnis, Christian, Taylor, Héron de Villefosse und andere beschrieben, verschieden. Er unterscheidet sich von allen durch seine Einfachheit, und durch die Leichtigkeit und Wohlfeilheit, mit welcher er verfertigt werden kann.

Dieser Apparat nun, welcher sich hauptsächlich für die meistens nicht sehr bemittelten Brunnengräber eignet, ist ein einfaches, hölzernes, vierekiges Gebläse von 0,85 Meter Höhe auf 0,20 Meter im Gevierte, welches aus vollkommen guten, astlosen und ganz fehlerfreien Eichenbohlen von 0,030 Meter Dike verfertigt wird. In diesem Gebläse befindet sich ein mit Klappen oder Ventilen versehener Kolben von 0,16 Meter im Gevierte, dessen Hub 0,70 Meter beträgt.

An dem unteren Boden des Gehäuses ist zum Behufe des Eintrittes der atmosphärischen Luft ein kreisrundes Loch angebracht, welches beim Zusammendrüken der Luft durch ein starkes Ventil verschlossen wird. Unten und an der vorderen Seite des Gehäuses befindet sich eine kupferne Röhre von 0,027 Meter im Durchmesser, welche mit einer Klappe versehen ist, die innen mit der Wand der Pumpe in einer Fläche liegt. Mit dieser Röhre bringt man je nach der Tiefe, in welcher sich die schädlichen Gase oder Ausdünstungen befinden, 10, 15, 20, 25 und mehr Meter blecherner Röhren oder Saugröhren von 0,027 Meter im Durchmesser an.