Text-Bild-Ansicht Band 49

Bild:
<< vorherige Seite

Die Erfahrung lehrte Hrn. Pottier, daß das untere Ende der Saugröhren nicht bis in die inficirte Stelle untertauchen soll, sondern daß die Aufsaugung weit besser und schneller von Statten geht, wenn das untere Ende 0,50 bis 0,60 Meter über dieser Stelle erhalten wird.

Oben auf dem Gehäuse der Pumpe befindet sich eine Austrittsröhre, durch welche sich alle von der Pumpe aufgesaugten Gase entleeren; sie ist gekrümmt oder nach Vorwärts umgebogen, damit die entleerten Oase den Arbeiter, der die Pumpe spielen läßt, nicht belästigen. Unter dieser Röhre befindet sich an der vorderen Wand des Gehäuses noch eine zweite, für den Nothfall dienende Austrittsröhre; erstere Röhre erfüllt jedoch ihren Zwek für sich allein schon so gut, daß diese zweite Röhre ganz unnüz scheint.

Unten an dem Körper der Pumpe sind zwei Fußtritte oder eiserne Sohlen angebracht, auf welche der Arbeiter, der die Pumpe in Thätigkeit sezt, seine Füße stellt, um sie auf diese Weise in senkrechter Richtung zu erhalten. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß es gut ist, wenn man die Pumpe auch noch mittelst eigener Haken entweder auf dem Pflaster oder an den Bohlen befestigt, mit denen man die Brunnen während der Arbeit oben zu belegen pflegt.

An beiden Seiten des Gehäuses sind zwei flache eiserne Bänder angebracht, durch welche die Saugröhren beim Transporte des Apparates an Ort und Stelle erhalten werden. Die auf diese Weise zurükgehaltenen Röhren werden unten auf zwei kleine Täfelchen mit umgebogenen Rändern gestellt. Endlich ist das Gehäuse auch noch mit zwei Griffen und mit zwei ledernen Riemen versehen, mittelst welchen ein einziger Arbeiter den ganzen Apparat aufheben und ohne Mühe auf dem Rüken forttragen kann. Der ganze Apparat wiegt nämlich ohne die Röhren 15 Kilogrammen, und mit 40 Metern Saugröhren aus Eisenblech beiläufig 30 Kilogrammen.

Der Apparat läßt sich sehr leicht handhaben, denn ein Arbeiter kann, je nach Bedarf, leicht 75 bis 100, und selbst 125, Kolbenstöße in einer Minute machen, ohne zu sehr dabei zu ermüden. Selten werden jedoch mehr als 100 Kolbenstöße nöthig seyn, denn dadurch werden 100 Kubikmeter Gas oder verdorbene Luft aufgesaugt, und eben so viel Kubikmeter frische Luft dafür eingetrieben: eine Wirkung, welche selbst unter den dringendsten Umständen mehr als hinreichend ist. Kurz man dürfte schwerlich irgend einen einfacheren, leichter und bequemer zu handhabenden, weniger kostspieligen, und leichter zu unterhaltenden Ventilator finden, der seinen Zwek so gut, so schnell und so sicher erfüllt. Viele Hauseigenthümer und Unternehmer, die sich dieses Apparates bedienten, haben sich bereits von den Vorzügen desselben überzeugt: nie ist ein Arbeiter bei der Anwendung desselben von schädlichen