Text-Bild-Ansicht Band 49

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An dem gekrümmten Arme des Hebels K ist eine schiebbare Scheide Q angebracht, mit welcher das Ende der Stange M in Verbindung steht. Dieser Schieber Q ist übrigens auch noch mittelst einer stellbaren Stange R mit dem Leiter oder Regulator (governor) der Maschine S verbunden. Bei einer gegebenen Dichtheit des Dampfes und einem gleichförmigen Widerstande wird die Geschwindigkeit einer Maschine von der Zeit regulirt, während welcher der Dampf bei jedem Stoße oder Hube durch die Eintrittsröhre strömt. Je längere Zeit der Dampf während dieser Perioden mit seinem ganzen Druke auf den Kolben wirkt, um so größer wird die Geschwindigkeit der Maschine seyn, und zwar bis zu einem Grade empor, bei welchem sie durch den Dampf getrieben werden kann, wenn derselbe während der ganzen Dauer eines jeden Stoßes mit seiner ganzen Kraft arbeitet. Es ist jedoch in den meisten Fällen vortheilhaft, wenn man die Maschine nicht beständig mit ihrer vollen Kraft arbeiten läßt, und daher ist es von großer Wichtigkeit die Maschine so einzurichten, daß sie sich leicht und schnell der Verrichtung verschiedener Arbeiten anpassen läßt.

Das beste Mittel die Kraft der Maschine den verschiedenen Anforderungen an dieselbe anzupassen, besteht im Ausmessen der Menge der Triebkraft, welche der Kessel der Maschine liefert. Gesezt es werde fortwährend Dampf von gleicher Dichtigkeit erzeugt, so wird die Menge der mitgetheilten Kraft durch die Länge der Zeiträume, während welcher der Dampf ununterbrochen aus dem Kessel in den Treibcylinder strömt, bemessen werden. Zur vollkommenen Regulirung dieser Zeiträume muß man es in seiner Gewalt haben, den Dampfzufluß in jedem Augenblike des Stoßes unterbrechen zu können, so daß die nächstfolgende Wirkung nur der Ausdehnungskraft des bereits eingetretenen Dampfes überlassen bleibt.

Meine Erfindung sezt uns in den Stand den Zufluß des Dampfes vom Kessel her in jedem beliebigen oder von den Umständen geforderten Augenblike zu unterbrechen, und zwar dadurch, daß sich der eine Arm eines zu dem Bewegungsgeräthe des Eintrittsventiles gehörigen Zwischenhebels nach Belieben verändern läßt. Der Schieber Q, der durch seine Stellung an dem krummen Arme des Hebels K die wirkliche Länge dieses Armes bestimmt, kann in jedem Augenblike entweder mit der Hand oder durch die Thätigkeit des Leiters S verschoben werden, so daß dieser Leiter also nicht durch ein Drosselventil, sondern durch Abänderung des Augenblikes des Dampfzutrittes die Geschwindigkeit der Maschine regulirt.

Die Art und Weise, auf welche der Schieber Q von dem Leiter bewegt wird, ersieht man aus Fig. 45. An Maschinen, die keinen