Text-Bild-Ansicht Band 50

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wo ein Theil der Kleie in Staub verwandelt wird, der sich mit dem Mehle vermengt, erhält man folgende Resultate:

Mittleres Product von 1000 Kilogr. Korn bei dem groben Mahlen:

Weißes Mehl 588 Kilogr.
Schwarzes und weißes Mehl 72 –
Kleie 315 –
Verlust 25 –
–––––––––
Summa 1000 Kilogr.

Die nach dem englischen Systeme verbesserten Mühlen endlich, in welchen die Kleie so vollständig als möglich mittelst Bürsten von dem Mehle geschieden wird, geben beiläufig folgende Resultate:

100 Kilogr. Korn geben:

1) Weißes und schwarzes Mehl von 74 bis 78 Kil. 76 Kilogr.
2) Afterkleie oder Grüzenkleie (remulages) 3 bis 31/2 Kil. 3 1/4 –
3) Kleienmehl, 3 1/2 bis 4 Kilogr. 3 3/4 –
4) Kleie, 14 bis 15 Kilogr. 14 1/2 –
5) Verlust 2 1/2 –
–––––––––
Summa 100 Kilogr.

Wenn man, sagt Parmentier, aus einem Sester des besten Kornes mehr als 180 Pfund (75 Procent) Mehl erhält, so können wir nach mehrfach wiederholten, verschieden abgeänderten, und bei unseren gewandtesten Müllern verglichenen Versuchen versichern, daß, wenn die Mühlsteine einander hinreichend genähert worden und die Beuteltücher sehr weit waren, alle Kleie in ein feines Pulver verwandelt wurde und in das Mehl überging, mit welchem es vermischt bleibt.

Aus allem diesen ergibt sich nun, daß, ungeachtet der zahlreichen Verbesserungen, die an der Kunst das Getreide zu mahlen angebracht wurden, das vollkommenste Verfahren, zu welchem man bisher gelangte, doch noch immer nicht mehr als 75 Procent weißes und schwarzes Mehl von dem Gewichte des angewendeten Getreides gibt. 25 Procent oder der vierte Theil gehen also noch immer für die Nahrung des Menschen verloren, und auf dem Lande, wo die Müllerei noch viel weiter zurük ist, beläuft sich dieser Verlust selbst oft auf 50 Procent.

Was ist nun aber die Kleie? Enthält sie Bestandtheile, welche der Mensch als Nahrungsmittel benuzen könnte, und in welchem Verhältnisse ist die Kleie in dem Korne enthalten? Dieß sind Fragen von höchster Wichtigkeit, über welche ich eine Reihe von Versuchen angestellt habe, über die ich nun Bericht erstatten will.