Text-Bild-Ansicht Band 50

Bild:
<< vorherige Seite

Aus diesen verschiedenen Versuchen, die ich sehr oft und mit aller möglichen Genauigkeit und Sorgfalt wiederholt habe, ergibt sich, daß man durch einfaches Auswaschen mit kaltem Wasser aus allen Arten von Kleien, und selbst aus jenen, die unsere besten Mühlen liefern, folgende Substanzen gewinnen kann:

1) im Durchschnitte dem Gewichte nach 25 Proc. Saz- oder Stärkmehl;

2) 18 bis 24 Proc. eines gummigen, zukerhaltigen Extractivstoffes, welcher, wie ich gleich zeigen werde, mit großem Vortheile zur Fabrikation von Brod und zu anderen Zweken benuzt werden kann;

3) 50 bis 52 Proc. ausgewaschene Kleie, die beinahe die Hälfte ihres Gewichtes animalisirten Nahrungsstoff enthält, so daß sie sehr gut als Viehfutter benuzt werden kann.

Dieser ausgewaschenen Kleie, die die Hälfte ihres Gewichtes Nahrungsstoff enthält, kann dieser Stoff nur durch sehr complicirte chemische Operationen, die folglich außer dem Bereiche der Oekonomen liegen, entzogen werden.

Die Resultate meiner Versuche sind also:

100 Kilogrammen Kleien von verschiedenen Sorten enthalten:

Trokenes Stärkmehl 23 Kilogr.
Auflöslichen Extractivstoff 18 bis 25 –
Trokene ausgewaschene Kleie 52 –

100 Kilogrammen Kleie enthalten also wenigstens 60 Kilogr. weißes Brod von erster Güte.25)

B. Der Roken gibt beim Mahlen gleichfalls den vierten Theil seines Gewichtes Kleien, und diese Rokenkleie verliert durch Auswaschen gleichfalls die Hälfte ihres Gewichtes. Wenn nun unsere besten Mühlen in den Kleien noch 50 Proc. oder beinahe die Hälfte ihres Gewichtes eines Mehles zurüklassen, welches durch einfaches Auswaschen leicht daraus gewonnen werden kann, um wieviel größer muß dieses Verhältniß nicht da seyn, wo die Mahl- und Beutelmethode noch auf einer niedrigeren Stufe steht, wie dieß auf dem Lande wenigstens gewöhnlich der Fall ist, da man aus 100 Kilogr. Korn kaum 50 Kilogr. Mehl gewinnt?

C. Ich habe gesagt, daß das Wasser, welches zum Auswaschen der Kleie und dazu gedient hat, derselben die in ihr enthaltenen Nahrungsstoffe zu entziehen, mit Vortheil zur Brodbereitung verwendet werden kann. Dieses Wasser ist nämlich nur Mehl in flüssiger Form, denn,

25)

100 Kilogr. Mehl geben 125 Kilogr. Brod; die 48 in der Kleie zurükgebliebenen Kilogr. Grüze geben wenigstens 60 Kilogr. Brod.

A. d. O.