Text-Bild-Ansicht Band 50

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der Kleie zum Anmachen des Brodteiges verwendet werden kann, und habe dadurch an vortrefflichem Brode um ein Fünftel mehr erhalten, als das Gewicht des in diesem Wasser enthaltenen Extractes beträgt; d.h. wenn das Abwaschwasser 20 Kilogr. auflöslichen Extractes enthält, so werden diese 20 Kilogr. um 25 Kilogr. mehr Brod geben, als man erhalten würde, wenn man den Brodteig bloß mit gewöhnlichem Wasser angemacht hätte.

Wohlfeiles Verfahren die Kleie auszuwaschen und das in ihr enthaltene Stärkmehl, so wie die übrigen Nahrungsstoffe leicht daraus zu gewinnen.

Man verschaffe sich ein irdenes Gefäß von der Form eines Decaliters, oder einen Eimer, dessen Boden mit einem feinen durchsichtigen Zeuge ausgestattet ist; oder besser noch, man verschaffe sich ein Gefäß aus Eisenblech, welches am Boden und an einem Theile seiner Seitenwände wie ein Seiher durchlöchert ist. Dieses Gefäß fülle man mit der Kleie, die man auswaschen will, und das Ganze tauche man in einen anderen Kübel, der etwas größer ist, und in welchen man reines Wasser oder geklärtes Flußwasser gebracht hat. Dann rühre man die Kleie um, und nehme das Gefäß mehrere Male aus dem Wasser, um es jedes Mal wieder einzutauchen. Ist dieß geschehen, so lasse man das Gefäß eine oder zwei Stunden in dem Wasser stehen, damit sich das Sazmehl auf den Boden des Kübels sezen kann. Nach Ablauf dieser Zeit nehme man das Gefäß wieder heraus, tauche es sachte nochmal ein, und lasse es dann abtropfen, indem man stark auf die Oberfläche der Kleie drükt. Das Stärkmehl, welches sich am Boden des Kübels abgesezt hat, wird dann herausgeschafft, nachdem man das darüberstehende klare Wasser abgegossen.

Das Abwaschwasser muß sogleich, d.h. innerhalb eines Tages oder 24 Stunden zum Anmachen des Teiges verwendet werden, denn es gährt sehr schnell. Der aus Stärkmehl und Kleber bestehende Bodensaz kann unter das zur Brodbereitung bestimmte Mehl gemengt werden, in welchem Falle man ihn noch an demselben Tage oder den Tag darauf anwenden muß; will man das Stärkmehl hingegen aufbewahren, um es dann verkaufen zu können, so muß man es einige Stunden lang auf Zeugen und in Körben, die der Luft ausgesezt werden, anziehen lassen, und dann in einem mäßig erhizten Ofen oder in einer Trokenstube troknen. Wenn der Boden des Kübels eine gewisse Neigung hätte, oder wenn man an der abhängigsten Stelle desselben eine Oeffnung anbrächte, oder wenn der Boden des Gefäßes verkehrt kegelförmig geformt wäre, und an seinem Scheitel mit einem Pfropfe oder Hahne versehen wäre, so könnte man das Stärkmehl von Zeit zu Zeit, und in dem Maße, in