Text-Bild-Ansicht Band 50

Bild:
<< vorherige Seite

3. Täglicher Ertrag.

1) 250 Kilogr. troknes Sazmehl, den Kilogr. zu 30 Cent. 75 Frank.
2) 250 Kilogr. flüssiges Mehl oder troknes Extract, das
Kilogr. zu 10 Cent., dem mittleren Preise der Kleie

25 –
3) 500 Kilogr. ausgewaschene Kleie, welche wir troken
annehmen, und welche noch mehr als die Hälfte ihres
Gewichtes an Kleber und anderen Nahrungsstoffen
enthält; das Kilogr. zu 6 Cent



30 –
––––––––
Summa 130 Frank.

Mithin ergibt sich für den Tag ein wahrscheinlicher Gewinn von 32, und für das ganze Jahr ein wahrscheinlicher Gewinn von 10,000 Franken.

Nimmt man an, daß man täglich 15 Kilogr. trokene ausgewaschene Kleie per Kuh verfüttert, so wären also beiläufig 35 Kühe nöthig, um die 500 Kilogr. Rükstand zu verzehren.

Man wird bemerkt haben, daß ich den in den Waschwässern enthaltenen Zukerstoff, der sich wahrscheinlich weit vortheilhafter als zur Fütterung für das Vieh verwenden ließe, sehr niedrig angeschlagen habe. Denn

1) können die 250 Kilogr. Extract oder flüssiges Mehl beinahe 300 Kilogr. Brod liefern;

2) ist das Waschwasser, besonders wenn dasselbe zwei Mal hinter einander zum Auswaschen verwendet worden, mit so vielen Nahrungsstoffen beladen, daß es sehr gut zur Bierfabrikation verwendet, und auf dem Lande auch zur Bereitung verschiedener wohlfeiler Getränke benuzt werden könnte.28)

Endlich kann man durch Destillation auch eine ansehnliche Quantität Branntwein daraus gewinnen, indem die 250 Kilogr. zukerhaltiges Extract, wie man glauben sollte, wenigstens 200 Liter Branntwein von 20° gehen müßten.

Man muß übrigens bemerken: 1) daß wir bei der Berechnung angenommen haben, daß in der Kleie nur der vierte Theil ihres Gewichtes Mehl enthalten ist, während es doch erwiesen ist, daß viele Kleie die Hälfte ihres Gewichtes und darüber an gutem schönem Mehle enthält;

2) daß der Preis der Kleie im Allgemeinen sehr niedrig steht, wenn das Korn theuer ist; denn da der hohe Preis des Korns am häufigsten durch ein Uebermaß von Regen hervorgebracht wird, wodurch

28)

Man sehe hierüber die Arbeiten des Hrn. Dubrunfaut über die Saccharification des Stärkmehles, und jene des Hrn. Barons Silvestre über die ökonomischen Getränke, die sich im Jahrgange 1823 der Mémoires de la Société royale et centrale d'Agriculture befinden.

A. d. O.