Text-Bild-Ansicht Band 50

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andererseits der Ertrag an Viehfutter größer wird, so fällt unter diesen Umständen der Preis der Kleie. Der Gewinn beim Auswaschen der Kleie wird also in jenen Jahren, in denen das Brod theuer ist, größer seyn, weil man die Hälfte des Gewichtes der Kleie in Brod verwandeln kann, und weil das Sazmehl dann 40 bis 50 Cent. per Kilogramm gilt.

Man kann annehmen, daß in Frankreich täglich 20 Mill. Kilogr. Getreide verzehrt werden, welche 5 Mill. Kilogr. Kleie geben. Man könnte also, wenn man die Kleie gehörig benuzte, aus derselben Quantität Getreide täglich um 3 Mill. Kilogr. Brod mehr bereiten, als man gegenwärtig daraus bereitet, und dieß würde, den Kilogr. Brod zu 25 Cent. gerechnet, täglich einen Gewinn von 750,000 Fr., monatlich einen Gewinn von 90 Mill. Kilogr. Brod oder 22 Mill. Fr., und jährlich einen Gewinn von 164 Mill. Fr. geben: eine Summe, welche größer ist, als die Gesammteinkünfte der Vereinigten Staaten von Nordamerika, und als jene von Belgien und Holland zusammengenommen! In Paris allein würde man aus der Quantität Getreide, die jährlich daselbst verbraucht wird, um 10 bis 11 Mill. Kilogr. mehr Brod erzeugen können, als gegenwärtig erzeugt wird, was monatlich einen Mehrwerth von 260,000 Fr. geben würde.

Aus meinen Versuchen und Beobachtungen ergibt sich also als Endresultat:

1) daß die Hülle oder die Rindensubstanz des Kornes kaum 5 Procent oder den zwanzigsten Theil von dem Gewichte des Kornes ausmacht;

2) daß dessen ungeachtet bei den gewöhnlichen Mahlmethoden der vierte Theil des Gewichtes des Kornes in Kleie verwandelt wird;

3) daß man gegenwärtig in den Kleien dem Gewichte nach mehr als 75 Proc. Nahrungsstoffe unbenuzt läßt;

4) daß man mittelst eines sehr einfachen Verfahrens, mittelst einfachen Auswaschens mit kaltem Wasser, 50 Proc. oder die Hälfte ihres Gewichtes Nahrungsstoffe aus der Kleie gewinnen könnte, nämlich: zu Paris 23 bis 25 Proc., und auf dem Lande 23 bis 50 Proc. sehr weißes Saz- oder Stärkmehl, und 22 bis 23 Proc. eines zukerhaltigen Extractivstoffes, der in dem Waschwasser aufgelöst bleibt. Dieses Wasser kann sehr gut zur Bereitung von Brod, Bier und anderen Ge tränken verwendet werden; auch kann man eine ansehnliche Menge Branntwein aus demselben gewinnen, oder es in Syrup verwandeln;

5) daß man auf diese Weise um 15 Proc. mehr Brod aus dem Getreide gewinnen kann, als bisher daraus gewonnen wurde;

6) daß, wenn man den jährlichen Verbrauch an Getreide auf 100 Mill. Hectoliter anschlägt, man aus eben derselben Quantität Getreide täglich um 3 Mill. Kilogr. oder 6 Mill. Pfunde mehr Brod erzeugen