Text-Bild-Ansicht Band 50

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einer Geschwindigkeit von 42 engl. Meilen in der Stunde; an den steilsten Anhöhen mit einer Geschwindigkeit von 4 bis 5 Meilen, und bergab mit jeder beliebigen Geschwindigkeit. Den nächsten Tag darauf wurde eine noch größere Probefahrt angestellt. Der Wagen fuhr nämlich mit einer Last, die mit Einschluß der Maschine und des Wagens nicht weniger als 4 Tonnen und 12 Centner betrug, drei Mal in einem Tage von Birmingham nach Wolverhampton und zurük (d.i. eine Streke von beiläufig 84 engl. Meilen), und brauchte dazu, mit Einschluß des Aufenthaltes 14 Stunden, so daß also im Durchschnitte 8 engl. Meilen auf die Stunde kamen. Die Last der Maschine selbst betrug hierbei 2 1/2 Tonne, die Zahl der Reisenden, welche die Fahrt mitmachten, belief sich auf 34; sie befanden sich in einer Art von Schiff, welches auf Rädern ruhte und dem Dampfkarren angehängt war. Die Dampfmaschine dieses Wagens, sagt Hr. Baddeley, hat bloß 4 Pferdekräfte, und bietet keine besondere Merkwürdigkeit dar, ausgenommen die Vortrefflichkeit, mit der sie gearbeitet ist. Das Gelingen der Maschine der Hrn. Heaton beruht, wie er meint, hauptsächlich auf der sinnreichen Einrichtung, nach welcher die Kraft der Dampfmaschine zum Behufe des Treibens des Wagens angewendet wird. Sie sind nämlich in Folge ihres Mechanismus im Stande die relative Geschwindigkeit der Maschine und der Treibräder in jedem Augenblike zu ändern, so daß sie je nach der Natur der Straße, auf der sie fahren, eine größere Kraft und geringere Geschwindigkeit oder umgekehrt, zu erzielen im Stande sind. Sie haben ferner die ganze Maschine so in Federn aufgehängt, daß sie nicht viel gestoßen und gerüttelt wird, sondern so ruhig arbeitet, als wäre sie fixirt. Was das Aeußere der Maschine und einige andere unwesentliche Einrichtungen betrifft, so lassen dieselben noch mannigfache Verbesserungen zu; das Princip selbst scheint Hrn. Baddeley aber vortrefflich und kaum einer Verbesserung fähig. Er ist endlich der Meinung, daß der Heaton'sche Dampfwagen den offenbarsten Beweis abgebe, daß man allerdings auf gewöhnlichen Straßen mit bedeutender Geschwindigkeit mit Dampfwagen zu fahren im Stande ist. Was die Kosten dieser Fahrten betrifft, so haben die HH. Heaton noch keine Details darüber bekannt gemacht; nur so viel scheint Hrn. Baddeley gewiß, daß die Kosten des Brennmateriales sehr gering sind, und daß die Kosten der Ausbesserungen an dieser Maschine gleichfalls nicht so groß seyn können, als man gegenwärtig allgemein glaubt.

Ueber die Zunahme der Landkutschen in England.

Vor 30 Jahren fuhr nur eine einzige Landkutsche zwischen Paddington und der City, und man zahlte für die Fahrt 2 Shill. (1 fl. 12 kr.); und doch mußte selbst diese Unternehmung wegen Mangel an Verkehr aufgegeben werden. Gegenwärtig fährt aber von 8 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends alle 3 Minuten ein Omnibus von Paddington aus über Oxford-Street bis zur Bank, und eben so fährt alle 3 Minuten einer über New-Road und Islington. Da alle diese Wagen auch wieder von der Bank nach Paddington zurükkehren, so ergibt sich hieraus, daß täglich 1120 Wagen zwischen diesen beiden Punkten hin und her fahren. Jeder Wagen kann 15 Personen führen, von denen jede 6 Pence (18 kr.) zahlt; nimmt man aber für jede Fahrt nur 12 Personen an, so gibt dieß eine Summe von 336 Pfd. Sterl. (4032 fl.), welche täglich nur zwischen der City und Paddington für Fuhrlohn bezahlt wird! (Standard. Galignani's Messenger, No. 5734.)

Die große Verbindungseisenbahn zwischen Manchester u. Birmingham.

Die Great Junction Railway-Compagny hat kürzlich eine Bill zur Errichtung einer Eisenbahn durchgesezt, welche die Liverpool-Manchester-Bahn mit der London-Birmingham Bahn in Verbindung sezen soll, damit man so schnell als möglich von London nach Liverpool gelangen könne. Man hofft, daß die Bahn in kürzester Zeit zu Stande kommen, und nicht nur die Interessen des zum Baue nöthigen Capitales, sondern auch die Kosten der Bill, die sich auf nicht weniger als 12,000 Pfd. Sterl. (144,000 fl.)!! belaufen, bald deken werde. – Die Erlaubniß zur Errichtung einer Eisenbahn zwischen Dublin und Kingstown wurde hingegen nicht ertheilt. Der ganze Erfolg dieser Abweisung dürfte seyn, daß die Bill im nächsten Jahre doch durchgeht, daß man den Projectanten unnüze Geldauslagen