Text-Bild-Ansicht Band 50

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eintrat, war der, daß das Schiff glüklich zurükkehrte! In diesem Falle machten die Eigenthümer also eigentlich bloß in dem Ueberschusse der Fracht über die Auslagen einen Gewinn, der, wie Sie sagen, ein ehrlicher Gewinn ist?

Ja; allein sie ließen sich für das große Risico sehr große Frachten zahlen, und waren dabei sehr unglüklich, daß das Schiff nicht untersank!

Und was wurde weiter aus diesem Schiffe?

Es hatte auf dem Rükwege einen Lek bekommen, war alt und verfault, keiner Reparatur und überhaupt keinen Kauri werth. Man sendete es daher für eine Ladung Bauholz aus, und assecurirte es gut. Die Folge war aber, daß es auf dem Rükwege mit Mann und Maus zu Grunde ging!

Und wußten denn die Eigenthümer, daß ihr Schiff in so schlechtem Zustande war?

Freilich, denn sie wollten dasselbe nicht untersuchen lassen, und ich bin überzeugt, daß sie es absichtlich deßhalb aussandten, damit es zu Grunde gehe. Sie stekten bei dieser Gelegenheit 8000 Pfd. ein, welche aus den Taschen des Publikums gestohlen waren, abgesehen von dem Werthe der Ladung.

Hatte denn das Publikum eben so gut für die Ladung, als für das Schiff zu bezahlen?

Freilich; denn dadurch, daß eine Ladung Holz weniger auf dem Markte ankam, stieg der Preis desselben.

Würde das Publikum diesen Betrag nicht auch verloren haben, wenn das Schiff und die Ladung nicht assecurirt gewesen wären?

Nein! Denn ohne Assecuranz würden die Eigenthümer dieses Schiff nicht ausgesendet, sondern dafür ein stärkeres genommen haben, bei welchem Schiff, Ladung und, wenn dieß heut zu Tage ja etwas gilt, auch die Bemannung unversehrt geblieben wäre. Die Assecuranzen befördern also hiernach offenbar die Schiffbrüche.

Gut. Geben Sie mir nun auch ein anderes, im Frieden vorgefallenes, und mehr offenherziges Beispiel.

Ein neues Schiff, welches einer Compagnie angehörte, kostete 3000 Pfd., und wurde auch für diese Summe versichert. Später wurde es zu 2000 Pfd., und hierauf zu 1700 Pfd. versichert, um welche Zeit es landete und ausgebessert wurde. Da die Compagnie dasselbe nun nicht weiter brauchte, so verkaufte sie es um den Marktpreis, der unter 1300 Pfd. betrug. Alles dieß erfolgte innerhalb drei Jahren, und das Schiff war nach dieser Zeit, außer daß es um drei Jahre älter geworden, und nur die gewöhnliche Abnüzung erfahren hatte, beinahe eben so gut, als es war, als es vom Stapel gelassen