Text-Bild-Ansicht Band 50

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welche an eine Drukpumpe führt, durch welche das Wasser aus dem Verdichter ausgepumpt und mittelst der oben beschriebenen Röhre in den Boden des Kessels eingetrieben wird.

Außen an den Luftbehälter ist ein Gebläscylinder geschraubt, dessen Rauminhalt beinahe zehn Mal großer ist, als jener des Hauptcylinders; und den beiden Austrittsklappen des Gebläscylinders gegenüber sind in dem Luftbehälter zwei Oeffnungen angebracht, durch welche die Luft eingetrieben wird.

Der Hauptcylinder der Maschine, der je nach der erforderlichen Kraft von den gewöhnlichen Dimensionen ist, ist gleichfalls an die äußere Fläche des Luftbehälters angeschraubt, und zwar in einer solchen Hohe über dem Gebläscylinder, daß Raum genug bleibt, daß sich die Hauptkurbelwelle zwischen denselben bewegen kann.

Auch die oben erwähnte Drukpumpe ist an die Außenseite des Luftbehälters geschraubt, so daß die von mir erfundene Dampfmaschine ein weit compacteres und zwekmäßigeres Ganzes bildet, als alle früher erfundenen Dampfmaschinen.

Zum Behufe der Speisung des Kessels mit destillirtem Wasser, im Falle er Mangel daran haben sollte, ist oben auf dem Dekelstüke ein kleines aus zwei aufrechten, in einander gesezten Röhren bestehendes Gefäß angebracht. Die innere dieser Röhren ist so weit als der Feuerzug, und bildet eine Fortsezung desselben; die äußere hingegen ist beiläufig um 6 Zoll weiter, als die innere. Der Raum zwischen den beiden Röhren ist sowohl am Scheitel, als am Boden mittelst zweier ringförmiger Stüke verschlossen. Dieses Gefäß kann beiläufig 18 Zoll hoch seyn; an dem Scheitel desselben muß ein Hahn eingesezt werden, an welchem eine gebogene Röhre befestigt ist, die mit einer Röhre in Verbindung steht, welche von dem Scheitel des Verdichters ausläuft, und durch ein Loch in dem Dekelstüke geht, so daß auf diese Weise die Verbindung zwischen dem Speisungsgefäße und dem Verdichter nach Belieben hergestellt oder unterbrochen werden kann. Von dem Gefäße entspringt ferner eine zweite, gleichfalls mit einem Sperrhahne versehene Röhre, welche mit einem Wasserbehälter in Verbindung steht, und von demselben, wenn es nöthig ist, das Wasser an das Gefäß leitet. Eine dritte Röhre, an welcher sich ein Hahn befindet, öffnet sich in der Nähe des Bodens in das Gefäß und dient zum Ablassen des Bodensazes. Eben so ist an dem Scheitel des Gefäßes auch ein kleiner Hahn befestigt, der zum Austritte der Luft dient, und den man auch zum Auslassen der Luft aus dem Verdichter benuzen kann.

Um nun den Kessel mittelst dieses Gefäßes mit Wasser zu speisen, wird der an den Verdichter führende Sperrhahn geschlossen, jener hingegen, der an den Wasserbehälter führt, geöffnet, und zugleich mit