Text-Bild-Ansicht Band 50

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Wärme so lange auszukochen, bis der Schaum, der sich oben auf dem Talge bildet, niedersinkt. Zulezt wird der Talg endlich, nachdem er einige Minuten lang ruhig gestanden, neuerdings in Wasser ausgekocht, um ihm die Säure zu benehmen. Zur genaueren Erklärung seines Verfahrens gibt der Patentträger nun folgende ausführliche Beschreibung desselben nebst der Angabe jener verhältnißmäßigen Quantitäten von Wasser, Alkalien und Säuren, die er am besten geeignet fand, wobei er jedoch bemerkt, daß er sich nicht lediglich auf diese Verhältnisse allem beschränke, da dieselben nach der Güte und Beschaffenheit des rohen Materiales hier und da eine kleine Abänderung erleiden dürften.

Nachdem ich, sagt der Patentträger, in das Schmelzgefäß auf jedes Hundert Steine (den Stein zu 8 Pfunden) rohen, zu reinigenden Materiales beiläufig 15 Gallons Wasser gegossen, bringe ich dieses Wasser zum Sieden, indem ich auf irgend eine Weise Dampf in das Schmelzgefäß leite, oder indem ich den Kessel auf irgend eine andere Weise erhize. Ich gebe jedoch hierbei dem Dampfe den Vorzug, weil er nicht so schädlich auf den Körper, das Gefüge und die Farbe des Talges einwirkt, wie dieß bei der directen Einwirkung des Feuers der Fall ist. Dann bringe ich in dieses Wasser eine Auflösung von Pottasche, Soda etc., welche Alkalien ich jedoch am liebsten in äzendem Zustande anwende; oder ich bringe statt dieser Alkalien eine entsprechende Menge alkalischer Erden, wie z.B. Kalk, in das Wasser. Das Verhältniß, welches ich hierbei befolge, ist ein solches, daß die Auflösung beiläufig 1 1/2 Pfund Alkali auf hundert Steine der rohen fettigen Substanz enthält.

Ist dieß geschehen, so bringe ich das rohe Fett, nachdem es vorher in kleine Stüke zertheilt worden, in das Schmelzgefäß, in welchem ich dann die ganze Masse zum Sieden bringe. Während dieses Siedens seze ich in gehörigen Zwischenräumen, d.h. beiläufig alle 15 bis 20 Minuten, so viel alkalische Auflösung zu, daß beiläufig jedes Mal ein Pfund Alkali darin enthalten ist. Diesen Proceß unterhalte ich nun so lange, bis alle Gallerte, alles Eiweiß, aller Faserstoff und alle sonstige thierische Substanz abgeschieden ist, und bis die Fettklümpchen sämmtlich verschwunden sind, und der ganze Talg auf die Oberfläche des Wassers emporgestiegen ist. Ich sorge hierbei vorzüglich dafür, daß während des Siedens mit der alkalischen Auflösung keine Verseifung eintrete, und sollte dieß ja geschehen, so seze ich noch eine größere Menge zerschnittenen Fettes dazu, bis sich der Talg wieder von dem Alkali abscheidet und auf der Oberfläche zum Vorscheine kommt. Die ganze Quantität Alkali, welche bei diesem Verfahren erfordert wird, um eine Tonne