Text-Bild-Ansicht Band 50

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fetter Substanzen zu behandeln, beträgt nicht mehr als 6 bis 7 Pfunde. Manchmal und besonders wenn die rohen Fette schon alt sind, seze ich dem Wasser während des Aussiedungsprocesses auf eine Tonne Fett beiläufig 1 Pfund basisch-kohlensaures Ammonium oder eine Pinte reines flüssiges Ammonium zu.

Wenn das rohe Material auf diese Weise in geschmolzenen Talg verwandelt, d.h. wenn der Talg von der Gallerte, dem Eiweiß, dem Faserstoffe und den sonstigen gröberen Substanzen befreit worden, so lasse ich ihn eine kurze Zeit über, d.h. bis er klar wird, stehen, um ihn dann in das Reinigungsgefäß zu bringen, welches aus Holz oder überhaupt, aus einer solchen Substanz bestehen muß, die weder von einfachen, noch von zusammengesezten Säuren angegriffen wird. In dieses Reinigungsgefäß gebe ich jedoch vorher so viel Wasser, daß dessen Boden 2 bis 3 Zoll hoch damit bedekt ist; dann seze ich etwas verdünnte Säure zu, und siede das Ganze mit Hülfe von Dampf oder auf eine andere Weise so lange, bis aller Schaum auf dem Talge verschwindet. Auf jede Tonne Talges wende ich beiläufig 3 Pfund Schwefelsäure an, die vorher mit 3 Gallons Wasser verdünnt worden.

Im Falle noch mehr rohes Material geschmolzen oder zubereitet werden soll, wird das Wasser und das Alkali, welches sich wegen seiner größeren Schwere am Boden des Gefäßes unter den abgeschiedenen thierischen Stoffen befindet, ausgepumpt oder abgelassen, so daß die festen Theile in dem Schmelzgefäße zurükbleiben, im Falle sie noch einige Klümpchen Fett enthalten, oder im Falle wegen ihrer größeren Dike noch etwas geschmolzener Talg in denselben zurükgeblieben seyn sollte. Hierauf wird neuerdings frisches Wasser und alkalische Auflösung oder alkalische Erde in demselben Verhältnisse wie das erste Mal zugesezt, und der Proceß ganz auf dieselbe Weise regulirt.

Ist dieß geschehen, so wird das darunter stehende Wasser neuerdings ausgepumpt oder abgelassen, und wenn irgend Fettklümpchen zurükbleiben, wieder Wasser und alkalische Auflösung zugesezt, von der man in diesem Falle jedoch nur halb so viel anwendet, als das erste Mal bei dem frischen Fette; übrigens regulirt sich dieser Zusaz am besten nach der Menge der zurükbleibenden Klümpchen.

Die festen oder groben Theile, welche zurükbleiben, nachdem aller Talg von denselben abgeschieden worden, werden bei einer gelinden Hize getroknet und dann gepreßt, oder zu irgend einem geeigneten Zweke verwendet.

Wenn der Schaum niedergekocht worden, so ist dieß ein gutes Kennzeichen, daß der Talg in gehörigem Zustande ist, um ihn sich sezen zulassen. Wenn der Talg nun mit den verdünnten Säuren gekocht