Text-Bild-Ansicht Band 50

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Wasserstrom wird den in dem Apparate enthaltenen Dampf schnell verdichten, worauf dann die Siedepfanne mit dem Syrup oder mit der sonstigen, einzudampfenden Substanz gefüllt werden kann. So wie sich nun hieraus der Dampf entwikelt, so wird derselbe durch die Röhre I zwischen den abkühlenden Oberflächen durchgelangen, auf diesem Durchgange verdichtet werden, und dann durch die Oeffnungen, durch welche die Armröhren V gehen, auf den Boden des Gefäßes O fallen, aus welchem die Flüssigkeit auf die angegebene Weise von Zeit zu Zeit ausgepumpt werden kann. Sollte der Dampf V mit größerer Geschwindigkeit aus der Siedepfanne emporsteigen, als er verdichtet wird, so könnte man Einsprizröhren anwenden, die mit dem Gefäße O und mit den Röhren I in Verbindung stünden, wodurch jede plözliche Dampfentwikelung, die allenfalls durch eine augenblikliche Ueberhizung entstehen möchte, sogleich überwältigt werden könnte. Es ist offenbar, daß wenn die Pumpe mit einer Kühlschlangenwindung oder mit irgend einem anderen ähnlichen, in kaltes Wasser untergetauchten Apparate in Verbindung gebracht, und wenn die aus dem Vacuumgefäße ausgepumpte Flüssigkeit durch diesen Apparat hindurch geleitet würde, diese Flüssigkeit vollkommener abgekühlt werden müßte, und also eben so wie der Weingeist in einer Branntweinbrennerei aufgefangen werden könnte. Würde daher Maische oder irgend eine andere geistige Flüssigkeit anstatt des Syrupes in den Kessel B gebracht, so würde der Apparat einer Destillirvorrichtung mit luftleerem Raume entsprechen.

Nach dieser Erläuterung wird Jedermann auch die zum Troknen bestimmte Vorrichtung deutlich verstehen. Es wird eine Tracht von Zukerbroden auf die verschiedenen offenen Rahmen oder Bretter und der Dekel an seine Stelle gebracht, und dann auf die beschriebene Weise in dem Vacuumkessel durch Dampf ein luftleerer Raum erzeugt. Ist dieses Vacuum hervorgebracht, so wird der Hahn der Röhre I geöffnet, wodurch ein Theil der in dem Trokenofen enthaltenen Luft in den Vacuumkessel übergehen wird; dann schließt man den Hahn dieser Röhre I wieder, damit in dem Vacuumgefäße ein neuer luftleerer Raum erzeugt werde, und dieser Proceß wird so lange wiederholt, bis in dem Trokenofen ein Vacuum erzeugt worden, wo man dann den Hahn an der Röhre I offen, und den Dampf durch die Röhre Y strömen läßt, damit der Trokenofen auf diese Weise geheizt, und die Feuchtigkeit der Zukerbrode oder Zukerhüte verdünstet werde. Dieses Verdünsten oder Verdampfen wird nämlich dadurch, daß man in dem Trokenofen einen luftleeren Raum unterhält, und daß man den Dampf beständig aus demselben auspumpt, und ihn verdichtet, bedeutend erleichtert und beschleunigt werden, so daß das