Text-Bild-Ansicht Band 50

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An den Enden dieser Arme werden zwei Laternen angebracht, von denen die eine unbeweglich ist, während sich die andere um diese feststehende Laterne bewegen kann. Zwischen den beiden Stangen ist eine fünfte Laterne angebracht, die eine horizontale Bewegung hat. Die verschiedenen Stellungen dieser fünf Punkte gegen einander geben alle erforderlichen Signale. Die nach dieser Methode eingerichteten Telegraphen können sowohl bei Tage als bei Nacht gebraucht werden; denn wenn die Laternen schwarz bekleidet wenden, so sind sie an einem heiteren Tage eben so leicht sichtbar, als es bei Nacht die angezündeten Laternen sind. (Mechanics' Magazine No. 524.)

Sprachrohre statt Telegraphen angewendet.

Die HH. Jobard und Stieldorff haben ein Instrument erfunden, welches sie Logophor nennen, und welches dazu bestimmt seyn soll, zwischen zwei Orten, welches auch deren Entfernung seyn mag, eine mündliche Mittheilung möglich zu machen. Wie man sagt, soll diese Erfindung zwischen Brüssel und Antwerpen alsbald in Anwendung gebracht werden, und zwar mittelst unterirdischer Röhren, die den Schall der Stimme 2 Meilen weit fortzupflanzen vermögen, so daß man zu Brüssel in weniger dann einer Viertelstunde von Antwerpen aus Antwort erhalten kann. Ein ähnlicher Logophor soll auch zwischen der Residenz zu Brüssel und dem königlichen Schlosse zu Lacken errichtet werden; seine Kosten sind auf 15 bis 20,000 Franken angeschlagen. (Temps No. 1494.)

Eine neue Art zu correspondiren.

Hr. Sollier zeigte der Academie des sciences zu Paris an, daß er eine Erfindung gemacht habe, nach welcher man z.B. zu Petersburg augenbliklich den Inhalt eines zu Paris geschriebenen Briefes erfahren könne! Der Recueil industriel, welcher diese Nachricht mittheilt, gibt nicht an, ob Hr. Sollier nicht allenfalls zu den Inspirirten Neuerer Zeit, zu den Somnambulen und Clairvoyanten oder zu irgend einer anderen Art von Geisteszerrütteten gehört.

Fortschritte der Mechanik in Frankreich.

Das Schiff Lougsor, welches den berühmten Obelisk dieses Namens nach Paris bringen soll, wird bei dem nächsten Steigen des Wasserstandes der Seine, diesen Fluß hinauffahren. Die Pariser werden also ein Fahrzeug bewundern können, welches die hohe See gehalten, und die Küsten des mittelländischen Meeres sowohl, als des atlantischen Oceans umfahren hat. Damit sich das Schiff aber dem Ufer nähern kann, an welchem der Obelisk ausgeschifft werden soll, muß das Flußbett, welches die Administration auf jede mögliche Weise zu verunreinigen bemüht ist, an dieser Seite vertieft werden, und dieß geschieht auf folgende, in unsern Tagen wahrhaft merkwürdige Weise. Ein Duzend Arbeiter befinden sich zu je 4 in kleinen Barken, und holen mit einer langgestielten Schaufel jedes Mal ein Paar Handvoll von dem am Boden befindlichen Unrathe und Sande herauf. Wenn sie aus diese Weise in ihrer Barke einen Haufen Koth gesammelt haben, so fahren sie damit in die Mitte des Flusses und leeren ihn daselbst wieder aus!! So wenig kennt man in Frankreich noch die Vorrichtungen, die man in Holland und England zum Reinigen der Flußbette und der Häfen benuzt. Wahrlich, bemerkt der Temps No. 1497, man kann sich nur damit trösten, daß die Leitung dieser Arbeiten der Polizei und dem Municipal-Conseil übertragen ist, die in Paris, so wie anderwärts, nichts von Mechanik verstehen.

Notizen über den Mechaniker Manhard in München und über dessen Leistungen. Aus einem Schreiben an die Herausgeber dieses Journales.

Recht erfreulich war es für mich, hier Ihre, mir so gütevoll verliehenen, technischen Notizen zu empfangen. Mein herzlichster Dank dafür, den ich hier nur zu gern wiederhole, eilte zu Ihnen und drükte Ihnen recht fest die Hand.