Text-Bild-Ansicht Band 51

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mich alles das Wesentliche, was über dieselbe gesagt worden, zu sammeln, und es im Interesse der Runkelrübenzuker-Fabrikation in gegenwärtiger Abhandlung zusammenzustellen. Mein Zwek hierbei ist bloß der den Fabrikanten nüzlich zu werden, und daher beschränke ich mich auch bloß auf die Anführung dessen, was zu wissen unumgänglich nothwendig oder nüzlich ist. Technologische Schriften sollen immer so kurz als möglich seyn, und nicht mehr Worte enthalten, als nöthig sind, um sich allgemein verständlich zu machen.

Die Betrachtung und Untersuchung der vegetabilischen Kohle als Entfärbungsmittel ist jener der thierischen Kohle um mehrere Jahre vorausgegangen. Lowitz, ein Chemiker zu Petersburg, zeigte im Jahre 1791 zuerst, daß die vegetabilische Kohle nicht nur die Eigenschaft besizt, thierischen, in Fäulniß gerathenen Körpern den üblen Geruch zu benehmen, sondern daß dieselbe auch auf die Farbe der Flüssigkeiten, die man mit ihr behandelt, einen bedeutenden Einfluß ausübe. Die Angaben Lowitz's zogen bald die Aufmerksamkeit der Chemiker auf sich; man wiederholte seine Versuche, fand deren Resultate bestätigt, erkannte deren Wichtigkeit, und veranlaßte die Gewerbsmänner dieselben im Großen zu benuzen. Die Erfolge waren bald sichtbar; mehrere Gewerbe, und vorzüglich die Zukerraffination machten in Folge der Anwendung der vegetabilischen Kohle mächtige Fortschritte.

Im Jahre 1810 machte Hr. Figuier, Apotheker zu Montpellier, vergleichsweise Versuche über die entfärbende Eigenschaft der vegetabilischen und thierischen Kohle, aus denen unbestreitbar die größere Wirksamkeit der lezteren hervorging. Er machte seine Arbeiten bekannt, und von diesem Augenblike an verdrängte die thierische Kohle die vegetabilische. Hr. Derosne war der erste, der die Anwendung der thierischen Kohle speciell bei der Fabrikation und Raffination des Runkelrübenzukers in Vorschlag brachte, und der sich durch die Einführung dieser Substanz bei diesem Fabrikationszweige außerordentliche Verdienste erwarb. Die HH. Bussy und Payen 6) gaben in den von der Société de Pharmacie zu Paris gekrönten Preisschriften eine vollkommene Theorie über die Wirkung der thierischen Kohle, auf welche ich später zurükkommen werde. Endlich darf ich die Verdienste des Hrn. Dumont, der die Anwendung der thierischen Kohle nach mehr rationellen Principien regelte, nicht übergehen.

Von der Fabrikation der thierischen Kohle.

Obschon auch die Muskeln, die Sehnen, Häute etc. der Thiere bei der Calcination in verschlossenen Gefäßen gleichfalls eine kohlige

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Polyt. Journal Bd. IX. S. 206.