Text-Bild-Ansicht Band 51

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welche durch die Fugen der Gefäße entweichen und verbrennen, andererseits ein fester Körper, der Kohlenstoff, welcher innig mit den erdigen Substanzen vermengt bleibt, und dieses Gemenge ist es, welches die käufliche thierische Kohle bildet.

Die Fabrikation der thierischen Kohle gewährt, wenn man den Fabrikanten, die sich mit ihr beschäftigen, glauben darf, geringe Vortheile; auch müssen bei ihr alle Producte, die die Knochen geben, auf das Sorgfältigste benuzt werden. So sucht man jene Knochen, die etwas mehr Fett und Mark enthalten, vor dem Calciniren aus, zerschlägt sie, siedet sie einige Stunden lang mit Wasser aus, und nimmt dann nach dem Erkalten das auf der Oberfläche angesammelte Fett ab. Dieses Fett, welches ziemlich fest ist, eignet sich zu verschiedenen Zweken; so dient es, wenn es mit Mohn- oder Repsöhl halb flüssig gemacht worden, sehr gut zum Einfetten von Maschinen, Räderwerken, indem es wohlfeiler zu stehen kommt, als das Klauenfett. Eben so läßt sich dieses ausgekochte Fett zur Fabrikation von Seife, Kerzen u. dergl. benuzen.

In der Gegend von Lille, wo man nichts von dem, was als Dünger verwendet werden kann, unbenuzt verloren gehen läßt, verwendet man die Knochenbrühe als Düngmittel, wozu sie sehr gute Dienste leisten soll. Ein Fabrikant thierischer Kohle versicherte mich, daß der Ertrag der Knochenbrühe, welche er verkaufte, die Kosten der Kohlen und des zur Gewinnung des Fettes nöthigen Arbeitslohnes vollkommen ersezt, so daß ihm das Fett auf diese Weise nichts kostet, obschon er 5 Procent davon gewinnt. Das Kilogramm dieses Fettes verkauft er zu 80 Cent., wodurch die Anschaffungskosten der Knochen merklich vermindert werden.

Die Knochen verlieren bei der Calcination oder bei der Umwandlung in thierische Kohle beiläufig 40 Procent ihres Gewichtes. Am meisten werden die Knochen aus den Küchen geschäzt. Die Röhrenknochen und die compacten Knochen überhaupt, wie z.B. die Schenkel- und Unterschenkelknochen, gelten mehr als die Kopfknochen, und als die Knochen der übrigen Theile, die gewöhnlich mehr oder minder große schwammige Höhlen enthalten, und daher bei der Calcination auch einen großen Gewichtsverlust erleiden.

Alte Knochen, die lange Zeit über der Luft ausgesezt, oder in der Erde vergraben waren, taugen nicht zur thierischen Kohle, indem sie bereits den größten Theil der in ihnen enthaltenen Gallerte verloren haben. Knochen dieser Art erkennt man sehr leicht an ihrem matten und rauhen Aussehen, so wie an ihrer größeren Leichtigkeit. Die Zähne der Thiere endlich geben, da sie nur wenig Gallerte enthalten, gleichfalls keine thierische Kohle; sie sind es, die die weißen matten Theilchen bilden, die man in dem käuflichen Fabrikate bemerkt;