Text-Bild-Ansicht Band 51

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Die Knochen haben vor dem Calciniren eine bedeutende Härte, und lassen sich nur schwer zerkleinern; durch die Einwirkung des Feuers werden sie aber sehr brüchig und zerreiblich. Dessen ungeachtet sind ziemlich starke Maschinen nöthig, um die gebrannten Knochen so zu zermalmen, wie man sie zur Zukerfabrikation braucht. Die geeignetste dieser Maschinen scheint mir eine Art von Mühle, in welcher man einen senkrechten Mühlstein mittelst eines gehörigen Triebwerkes in einem Beken aus Stein umtreibt. Man bringt die gebrannten Knochen unter den Mühlstein, und sammelt von Zeit zu Zeit die auf diese Weise gemahlene Kohle. Die Stüke, welche zu groß bleiben, werden mit der Hand ausgesucht und noch ein Mal in die Mühle gebracht; die kleineren Stüke hingegen wirft man auf ein Sieb aus Metalldraht, dessen Maschen der Feinheit der Körner, die man bezwekt, angemessen sind.7) Statt der Siebe kann man auch eine Beutelvorrichtung anbringen, deren Cylinder in seiner Breite mit einem Drahtgewebe von verschiedener Weite ausgestattet ist. Zum Umdrehen dieser Beutelvorrichtung kann man sich, wenn man will, desselben Triebwerkes bedienen, welches den Mühlstein in Bewegung sezt.

Einige Fabrikanten, denen der eben beschriebene Apparat zu kostspielig und zu complicirt vorkommt, wenden eine Mühle an, die in ihrem Baue den gewöhnlichen Kaffeemühlen ähnlich, aber weit stärker ist. Man hat bemerkt, daß die Knochen die Theile, gegen welche sie gerieben werden, bald abnüzen; dessen ungeachtet sieht man aber diese Art von Mühle in vielen Fabriken, obschon jede Zukerfabrik ein Triebwerk besizt, dessen sie sich nach Beendigung der Zukerfabrikation zum Zerkleinern der Knochen bedienen könnte.

Die thierische Kohle, die ihrem Zweke am besten entspricht, soll ein grobes, dem Schießpulver ähnliches Pulver bilden; es darf weder mit zu feinem Staube, noch mit zu groben Theilen vermengt seyn.

Von der Behandlung der thierischen Kohle zur Verstärkung ihrer entfärbenden Kraft.

Ich habe bereits oben bemerkt, daß die Knochenkohle die Eigenschaft zu entfärben im höchsten Grade besizt; man muß mit den Ursachen hiervon bekannt seyn, um die Operation, die ich weiter unten beschreiben werde, gehörig verstehen zu können.

7)

Eine Kohle, die zu fein gemahlen ist, macht bisweilen beim Filtriren Schwierigkeiten, besonders wenn sie in großer Menge unter die Kohlenkörner gemengt ist, und wenn man mit sehr trüben Syrupen zu thun hat. Diesen Unannehmlichkeiten läßt sich jedoch abhelfen, wenn man auf den Boden der Filter eine Kohle bringt, die nur sehr wenig Kohlenstaub enthält, und wenn man die zunächst darauf folgende Kohle nicht eindrükt, sondern loker läßt. A. d. O.