Text-Bild-Ansicht Band 51

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gut ausgewaschen ist, so troknet man sie, indem man sie an einem warmen luftigen Orte in dünnere Schichten ausbreitet.

Die Salzsäure löst bei dieser Operation einen Theil des phosphorsauren und kohlensauren Kalkes auf, erhöht die Porosität der Kohle, und verstärkt dadurch deren entfärbende Wirkung dergestalt, daß man mit 100 Theilen der auf diese Weise zubereiteten Kohle wenigstens eben so viel ausrichtet, als mit 200 Theilen Kohle, die nicht mit Salzsäure behandelt wurden. Es ergibt sich also bei diesem, durchaus nicht umständlichen Verfahren ein wesentlicher Vortheil, indem der Preis der thierischen Kohle im Vergleiche mit den daraus erwachsenden Vortheilen nur unbedeutend erhöht wird. Wenn nämlich 100 Kilogr. gewöhnlicher thierischer Kohle 20 Franken kosten, so werden 90 Kilogr. präparirte Kohle nur 23 Fr. oder 100 Kilogr. nur 25 Fr. 50 Cent. kosten.

100 Kilogr. gewöhnliche Kohle kosten nämlich 20 Fr.
10 – Salzsäure kosten 2 –
Der Arbeitslohn kostet 1 –
––––––
Summa 23 Fr.

Man erzielt aber hierbei auch noch einen anderen Vortheil, der den Fabrikanten gewiß nicht entgehen wird; denn je weniger thierische Kohle man bei gleichen Resultaten anwendet, um so besser fährt man dabei, weil das Auswaschen der gebrauchten Kohle weniger schwierig ist, und weil weit weniger Syrup verloren geht.

Ich habe die Berechnung der Kosten für 90 Kilogr. angestellt, weil sich, wenn man mit den oben angegebenen Verhältnissen arbeitet, durch die Behandlung der Kohle mit Salzsäure ihr Gewicht um 10 Procent vermindert, indem die Salzsäure dem Gewichte nach so viel phosphorsauren und kohlensauren Kalk auflöst, als sie selbst wiegt. Will man sich von der Richtigkeit dieser Angaben überzeugen, so muß man die präparirte Kohle so weit austroknen, als sie es vor der Behandlung mit Salzsäure war, denn sie kann, wenn sie auch ganz troken aussieht, doch immer noch an 10 Proc. Wasser enthalten. Man muß daher auch, wenn man thierische Kohle kauft, immer einen Versuch damit anstellen, um zu sehen, wie viel Wasser in ihr enthalten ist.

Bei dem Untertauchen der Kohle in das gesäuerte Wasser bläht sich das Gemenge auf, und es entwikelt sich ein unangenehmer Gestank, der in einem eingeschlossenen Raume schädlich werden könnte; man muß diese Arbeit daher in freier Luft oder wenigstens an einem Orte vornehmen, an welchem ein guter Luftzug Statt findet. Die Gase, die sich während der Operation entwikeln, bestehen aus einem Gemenge von Kohlensäure und Schwefelwasserstoff.