Text-Bild-Ansicht Band 51

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angewendet, den Schleim entfernen; der Färbestoff kann durch ein starkes Ausglühen zerstört werden, der Kalk endlich, der sich mit der Kohle verband, läßt sich dadurch beseitigen, daß man die Kohle in ein mit Salzsäure gesäuertes Wasser bringt. Dieß sind die von der Theorie angedeuteten Grundlagen des Verfahrens; je genauer man denselben folgt, zu um so besseren Resultaten wird man gelangen.

Wenn man also gebrauchte thierische Kohle wiederbeleben will, so muß man dieselbe zuerst und so lange mit viel Wasser auswaschen, bis das Wasser ganz ungefärbt von derselben abfließt12); dann läßt man die Kohle abtropfen, und hierauf bringt man sie in eine Trokenstube, in der man absolut alle Feuchtigkeit aus ihr austreibt. Hierdurch werden der Kohle alle schleimigen und zukerigen Substanzen benommen, die in ihr enthalten waren. Der Schleim und der Zuker könnte zwar auch durch die Calcination zerstört werden; allein dadurch würde auch eine nicht unbedeutende Menge vegetabilischer, glänzender und zur Entfärbung untauglicher Kohle erzeugt werden, so daß es weit besser ist die Kohle vor dem Glühen gehörig auszuwaschen.

Wenn nun die Kohle ausgewaschen und getroknet worden, so muß man ihr den Färbestoff entziehen, und zu diesem Behufe muß man zu einer kräftigen Einwirkung der Hize seine Zuflucht nehmen. Die Calcination allein würde jedoch nicht hinreichen, wenn sie nicht noch durch andere Umstände unterstüzt würde.

Die thierische Kohle ist ein ziemlich schwerer Körper, dessen Theilchen also schwer auf einander drüken; sie ist ferner ein schlechter Wärmeleiter, denn die erhizten Theilchen geben den Wärmestoff, womit sie durchdrungen sind, nur schwer an die benachbarten Theilchen ab. Wenn man z.B. einen mit Kohle gefüllten Tiegel von einiger Größe mitten in ein ziemlich starkes Feuer bringt, so werden die mit den Wänden des Tiegels in Berührung stehenden Schichten schon sehr heiß seyn, während die Hize der in der Mitte befindlichen Schichten noch nicht bedeutend ist. Diese Betrachtungen mußten die Fabrikanten bei den ersten Versuchen zur Wiederbelebung der Kohle

12)

Dieses Auswaschen der Kohle muß in dem Maße geschehen, in welchem die gebrauchte Kohle aus den Filtern herausgenommen wird. Man bedient sich zu diesem Behufe alter Fässer, deren Dekel man herausgenommen und deren Boden man durchlöchert hat. Auf den durchlöcherten Boden breitet man ein nicht zu dichtes Tuch, welches mit Nägeln an den Wänden des Fasses befestigt wird, und auf dieses Tuch schüttet man die auszuwaschende Kohle, auf welche man endlich das Wasser gießt. Gebrauchte Kohle, welche mehrere Monate lang liegen geblieben, braucht nicht ausgewaschen zu werden; denn es entsteht dadurch eine Gährung, durch welche alles Fremdartige, mit Ausnahme des Färbestoffes und des Kalkes, zerstört wird. A. d. O.