Text-Bild-Ansicht Band 51

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leiten; wenigstens läßt sich dieß aus den Methoden schließen, die sie zu diesem Behufe befolgen.

Man verfährt nach zweierlei Methoden; bei der einen bedient man sich verschiedener Instrumente, mit deren Hülfe man der Kohle während des Glühens eine kreisende Bewegung mittheilt, so daß die erhizten Oberflächen oft verändert werden, und daß der Wärmestoff folglich sämmtliche Theile der Kohle erreichen kann. Dieses Verfahren ist die Wiederbelebung in den Cylindern.

Nach der zweiten Methode bringt man gewisse fremde Körper in die Kohle, wodurch dieselbe ohne eine Veränderung ihrer Natur zu erleiden, vertheilt und gehoben wird, so daß die Hize selbst bis in die innersten Theilchen eindringen kann. Dieß ist die Wiederbelebung in Tiegeln mit Dazwischenlegung von Knochen. Wir wollen beide Methoden im Detail betrachten.

Von der Wiederbelebung der Kohle in den Cylindern.

Nach dieser Methode wird die gebrauchte Kohle in gußeiserne Cylinder gebracht, die der Form nach den Cylindern, in denen man den Kaffee brennt, ähnlich sind. Diese Cylinder werden in einem Ofen stark erhizt, nach 3–4 stündigem Glühen herausgenommen, und durch neue ersezt. Während der Calcination oder des Glühens müssen die Cylinder mehrere Male alle 20 bis 25 Minuten umgedreht werden, damit die Oberflächen der Kohle mehr verändert werden.

Diese Methode hat mehrere Nachtheile; man verbraucht eine zu große Menge Brennmaterial; die Cylinder zerspringen oft wegen des Wechsels von Hize und Kälte, Trokenheit und Feuchtigkeit, und dadurch werden die Kosten mehr vermehrt. Ich selbst bediente mich sehr lange Zeit dieser Methode, und eben deßwegen kann ich mit allem Rechte rathen dieselbe aufzugeben. Man könnte statt der gußeisernen Cylinder zwar Cylinder aus Eisenblech anwenden; allein diese kommen zu hoch, und verursachen immer noch einen größeren Verbrauch an Brennmaterial, und mehr Arbeit.

Von der Wiederbelebung der Kohle mit Dazwischenlegung von Knochen.

Man nimmt frische Knochen, und reinigt und zerkleinert sie, als wenn es sich um die Fabrikation ganz frischer thierischer Kohle handelte. Von diesen Knochen wird auf den Boden der Tiegel oder der eisernen Töpfe eine Schichte gelegt; auf diese Schichte Knochen legt man eine ziemlich dike Schichte der wiederzubelebenden Kohle; und auf diese Weise fährt man mit abwechselnden Schichten Knochen und Kohle fort, bis die Tiegel gefüllt sind: die lezte Schichte muß aus Kohle bestehen.