Text-Bild-Ansicht Band 51

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Die auf diese Weise gefüllten Tiegel werden mit Thon verkittet und in einen Ofen gebracht, in welchem man dann Feuer gibt. Wenn die Dämpfe zu brennen aufgehört haben, wenn die Tiegel ganz glühend geworden sind, so läßt man das Feuer ausgehen, und nimmt die Tiegel heraus, wenn die Temperatur erträglich geworden. Dann werden die Tiegel ausgeleert, die groben Knochenstüke von den feineren Körnern gesondert, und in die Mühle gebracht.

Die Kohle erleidet unter diesen Umständen einen bedeutenden Grad von Hize, bei welchem gewiß aller in ihr enthaltener Färbestoff zerstört wird. Für Fabrikanten thierischer Kohle, welche großen Absaz haben, ist diese Methode nicht mit den geringsten Schwierigkeiten verbunden; ja sie verursacht ihnen sogar, wie ich weiter unten zeigen werde, beinahe keine Auslagen.

Nicht so verhält sich dieß hingegen bei dem Zukerfabrikanten, für welchen die Fabrikation und Wiederbelebung der thierischen Kohle nur Nebensachen sind. Der Zukerfabrikant, der diese Methode befolgen wollte, würde durch das Vermengen der gebrauchten Kohle mit frischen Knochen am Ende eine größere Menge Kohle erhalten, als er für seinen Bedarf nöthig hat, so daß er am Ende selbst Kohle verkaufen müßte. Dieser Fall ist aber nach meiner Meinung zu vermeiden; denn der Zukerfabrikant soll, wie ich glaube, weder Kohle kaufen, noch verkaufen, und sich mit der Fabrikation seines eigenen Bedarfes begnügen. Um aber zu diesem Resultate zu gelangen, soll der Fabrikant, der mit einer hinreichenden Menge Kohle versehen ist, diese Kohle vollkommen wiederbeleben können, ohne daß deren Quantität dadurch vermehrt wird, und ohne daß es mit vielen Kosten verbunden wäre.

Wenn nun die Knochen selten werden und zu hoch im Preise steigen sollten, wäre es da nicht von großem Nuzen, wenn man dieselben bis zum Eintritte günstigerer Umstände entbehren könnte? Ich glaube, daß folgende Methode allen diesen Bedingungen entsprechen dürfte.

Von der Wiederbelebung der Kohle mit Dazwischenlegung von Holz.

Man nimmt sehr trokenes Buchen-, Hagebuchen- oder Ulmenholz, und sägt und spaltet es in Stüke von beiläufig 10 Zoll Länge und 2 Zoll Breite. Diese Stüke Holz legt man auf solche Weise auf den Boden der Tiegel oder Gefäße, die zur Aufnahme der Kohle bestimmt sind, daß so viel Zwischenräume als möglich zwischen ihnen bleiben. Wenn in jeden Tiegel beiläufig ein Duzend solcher Stüke Holz gelegt worden, so füllt man sie mit Kohle und schreitet dann zur Calcination.