Text-Bild-Ansicht Band 51

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Die Details, in die ich nun in Bezug auf diese Operation eingehen will, können bis auf einige wenige Modificationen, die ich andeuten werde, bei Allem, was bei ähnlichen Calcinationen zu beobachten ist, als Wegweiser dienen.

Wir wollen annehmen, daß man sich eines Ofens bedient, wie man ihn in der beigefügten Zeichnung abgebildet sieht. Ein solcher Ofen kann beiläufig 60 Tiegel von der aus der Abbildung ersichtlichen Form fassen. Die Tiegel sind etwas über 10 Zoll hoch; ihr Durchmesser beträgt an der weitesten Stelle etwas über 13 Zoll; ihre Mündung hat etwas über 10 Zoll im Durchmesser; sie fassen außer dem Holze 20 bis 22 Kilogramme Kohle.

Wenn sämmtliche Tiegel mit Kohle gefüllt sind, so stellt man rings um die Wände des Ofens, ausgenommen dem Thürchen gegenüber, eine Reihe davon. Auf diese erste Reihe stellt man dann eine zweite Reihe, worauf man alle Oeffnungen, welche an den Stellen, an welchen die Tiegel einander berühren, bestehen, mit Thon verkittet. Auf diese Weise fährt man so lange fort, bis der Ofen voll ist; die Töpfe der obersten Reihe müssen sorgfältig mit einem Dekel verschlossen und mit Thon verkittet werden. Zwischen die Töpfe oder Tiegel muß ziemlich trokenes Brennholz von verschiedener Dike und Länge gebracht werden. Wenn der ganze Ofen gefüllt ist, so verschließt man die Ofenthüre mit Ziegeln und Thon, und gibt dann Feuer.

Beiläufig 5 Stunden nach dem Beginne der Feuerung fängt das Holz im Ofen zwischen den Tiegeln zu brennen an; die Tiegel kommen zum Rothglühen, und man sieht aus deren Fugen ziemlich häufig lebhafte Flammen entweichen. In diesem Zustande erhält man den Ofen beiläufig noch 5 Stunden, indem man von Zeit zu Zeit Kohlen nachschürt. 2–3 Stunden später, d.h. 13 Stunden nach dem Beginne der Operation, öffnet man die Thüre des Ofens, und wenn die Temperatur desselben nach 9–10 Stunden gehörig herabgesunken ist, so nimmt man die Tiegel heraus, um sie sogleich durch eine neue Tracht zu ersezen.

Die aus dem Ofen genommenen Tiegel läßt man noch einige Zeit über abkühlen, bevor man deren Inhalt auf einen eisernen Durchschlag, dessen Löcher ein Paar Centimeter im Durchmesser haben, leert. Die thierische Kohle fällt hierbei durch die Löcher, während das Holz, welches man zugleich mit der zu belebenden Kohle in die Tiegel brachte, in ganzen verkohlten Stüken zurükbleibt. Die auf diese Weise erhaltene Holzkohle ist von ausgezeichneter Güte, und kann zu allen Zweken, zu welchen die Holzkohle dient, verwendet