Text-Bild-Ansicht Band 51

Bild:
<< vorherige Seite

werden; sie enthält gar keine Brände, wenn die Calcination weit genug getrieben worden.

Wenn man mit den oben angegebenen Verhältnissen arbeitet, so wird man etwas weniger als 2 Hectoliter Steinkohlen und beiläufig 14 Scheiter Holz von der Dike eines Armes und 15 Zoll Höhe, und außerdem beiläufig 2 Hectoliter kleines Holz, welches in die Tiegel gelegt wird, verbrauchen.13) Ein Taglohn reicht für die ganze Arbeit hin.

Um vollkommen genau zu seyn, müssen hierzu noch die Kosten der Unterhaltung und der Abnüzung des Ofens, so wie der Verlust, der durch das Zerspringen der Tiegel entsteht, geschlagen werden. Ich kann zwar hierüber keine ganz bestimmten Daten angeben; allein ich bin überzeugt, daß die Operation, bei welcher ich immer 1200 bis 1400 wiederbelebte Kohle erhalte, sehr vortheilhaft ist.

Das in die Tiegel gelegte Holz spielt eine sehr wichtige Rolle; es hindert, daß sich die Kohle nicht fest an einander legt; die Dämpfe, die sich in der Hize aus dem Holze entwikeln, zertheilen die Kohle, durch welche sie sich einen Weg bahnen müssen, und entzünden sich, sobald sie in den Ofen gelangen, wo sie dann die Hize des Feuers bedeutend erhöhen.

Das Holz hat einen Vortheil vor den Knochen voraus, den wir nicht umgehen dürfen; es verbreitet nämlich beim Beginne der Operation keinen so unangenehmen ammoniakalischen Geruch, so daß die Wiederbelebung aller Orten geschehen kann, ohne daß Jemand dadurch belästigt würde.

Wenn die Tiegel nur mit Knochen allein gefüllt sind, wie dieß bei der Fabrikation der thierischen Kohle der Fall ist, so entwikeln diese Knochen offenbar eine außerordentliche Menge brennbarer Gase oder Dämpfe. Die Quantität Brennmaterial, welche nöthig ist, um diese Dämpfe zu entwikeln und deren Entzündung zu bewirken, braucht in diesem Falle nicht groß zu seyn, und daher braucht man auch zwischen die Tiegel im Ofen kein Holz zu bringen. Dieses Holz ist hingegen unumgänglich nothwendig, wenn die Wiederbelebung mit Dazwischenlegung von Holz geschieht; denn in diesem Falle

13)

Das zwischen die thierische Kohle gelegte Holz verliert, wenn es beinahe ganz troken angewendet wurde, bei der vollkommenen Verbrennung beiläufig 4/5 seines Gewichtes; sein Volumen vermindert sich aber nur um 2/5. Wenn die 12 Stüke Holz, die man in einen Tiegel bringt, 1250 Grammen (beiläufig 40 Unzen) wiegen, so werden diese 1250 Grammen genau die Stelle von 1250 Grammen trokener Kohle vertreten. Die thierische Kohle verliert bei der Wiederbelebung 6 Proc. ihres Gewichtes, ein Verlust, der größten Theils der Feuchtigkeit zugeschrieben werden muß, die in ihr enthalten ist, wie troken sie auch scheinen mag. A. d. O.